Spekulationen über Dreiergipfel in Washington
Palästinenser fordern Vermittlung von EU und UN

Ein Sprecher des Präsidenten Arafat erklärte, es müssten weitere Vermittler an den Verhandlungstisch gebeten werden, da sich die USA bisher nicht hätten durchsetzen können.

ap JERUSALEM. Wenige Tage vor Beginn neuer Nahost-Friedensgespräche in Washington haben die Palästinenser eine Vermittlerrolle für die Europäischen Union und die Vereinten Nationen in dem Konflikt mit Israel gefordert. Der Berater des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, Nabil Aburdeneh, erklärte am Montag, die USA hätten die Umsetzung der bisherigen Friedensabkommen nicht durchsetzen können. Darum müssten weitere Vermittler an den Verhandlungstisch gebeten werden.

Israel will keine zusätzlichen Vermittler in dem Konflikt akzeptieren. Der israelische Außenminister Schlomo Ben Ami sagte, Arafat habe die Möglichkeit angesprochen, sich in Washington mit US-Präsident Bill Clinton und dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak zu einem gemeinsamen Gespräch zu treffen. Israel werde solch ein Treffen jedoch erst in Betracht ziehen, wenn die Auseinandersetzungen in den Autonomiegebieten beendet seien. Arafat will sich am Donnerstag mit Clinton treffen, Barak am Sonntag. Sprecher der Palästinenser erklärten, Arafat wolle Washington noch vor dem Wochenende verlassen und an einer Konferenz islamischer Staaten in Katar teilnehmen.

Wieder Unruhen im Westjordanland

Im Westjordanland kam es in der Nacht zu weiteren Auseinandersetzungen und Feuergefechten.Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Panzer hätten in den Orten Jericho und Tulkarem das Feuer von Palästinensern erwidert. Generalstabchef Schaul Mofaz warf den Palästinensern vor, den jüngsten Waffenstillstand zu missachten. "Wenn es hunderte Schusswechsel in der Woche gibt, dann ist das kein Waffenstillstand", sagte er. Israel habe alles Notwendige getan, aber die Palästinenser hielten sich nicht an die Vereinbarungen.

Arafat erneuerte unterdessen seine Forderung nach internationalem Schutz für die Palästinenser. "Ich bitte um internationale Einheiten, die uns beschützen, die diesen Krieg und das Massaker gegen unser Volk beenden", sagte er dem US-Fernsehsender CBS. Arafat erklärte, er habe vor dem Besuch des konservativen israelischen Oppositionspolitikers Ariel Scharon auf dem Tempelberg, der die Unruhen auslöste, Barak und Clinton gebeten, die Reise zu verhindern. Seine Bedenken seien jedoch nicht ernst genommen worden.

Gerüchte über Korruption

Das israelische Armeeradio berichtete, hochrangige Regierungsvertreter wollten möglicherweise Einzelheiten über Korruption in der palästinensischen Autonomiebehörde veröffentlichen. Arafat und seine Minister sollen sich dem Bericht zufolge an internationalen Hilfsgeldern bereichert haben. Ben Ami erklärte, eine solche Veröffentlichung sei nicht geplant. Die Welt wisse, dass die Regierung von Arafat korrupt sei; Israel brauche diese Ansicht nicht zu stärken. Der Arafat-Berater Aburdeneh erklärte, Israel führe einen psychologischen Krieg. Dies sei ein Beweis für das Versagen und die Schwäche Israels.



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