Spekulationen über Erhöhungen der Managementgebühren bei Deutsche-BankTochter DWS
Fonds werden immer teurer

Anleger müssen sich auf höhere Preise einstellen. Beim Kauf von Investmentanteilen steigen nicht nur die Kaufgebühren, auch die laufenden Belastungen nehmen zu.

FRANKFURT/M. "Die Kunden sollten verhandeln", fordert Rudolf Chomrak die Anleger auf. Der DIT-Geschäftsführer reagiert mit dieser Empfehlung auf die wieder anziehenden Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds. Parallel dazu steigen die regelmäßigen Gebühren, die dem Fondsvermögen belastet werden und auf diese Weise die Performance schmälern.

Gerade bei den Managementgebühren, die ein Entgeld für die Leistung der Vermögensverwalter darstellen, scheint der Trend nach oben ungebrochen. "Wir gehen bei den Aktienfonds weiter Richtung 1,75 % nach oben", ist der Geschäftsführer der Dresdner-Bank-Fondsgesellschaft überzeugt. Der jüngste Coup der Deutschen Bank wirft ein Schlaglicht auf diese Prognose. Die Kooperation mit der DVAG könnte den billigsten Aktienfondsanbieter unter den großen Adressen von seinem Führungsplatz verdrängen. Das vermuten zumindest Experten. Die Deutsche-Bank-Investmentgesellschaft DWS verlangt bisher für ihre Produkte im Schnitt 0,73 %, wie die Londoner Fondsresearchfirma Fitzrova ermittelt.

Ab dem ersten Quartal kommenden Jahres sollen die DWS-Fonds auch über Deutschlands größten Vermittler, die DVAG, angeboten werden. "Und die wird ihren Teil vom Gebührenkuchen haben wollen, vielleicht in der Größenordnung von 0,4 bis 0,6 Prozentpunkten der Mangementgebühr, wenn man sich an den Gepflogenheiten der Branche orientiert", mutmaßt ein Experte. Offiziell will ein Sprecher der DVAG "nicht über Interna reden". Bei der DWS heißt es lapidar: "Wir können dazu nichts sagen."

Dass die Fondskosten künftig eher steigen dürften, ist kein Geheimnis. Es ist bekannt, dass der von Fachleuten oft zitierte "Kampf um Vertriebswege" seinen Tribut fordert, von den Anlegern wie von den Investmentgesellschaften. Auf den ersten Blick ist es zwar widersinnig, dass im deutschen Fondsmarkt bei steigendem Wettbewerb der Anbieter die Preise steigen - und nicht sinken. Insbesondere ausländische Investmentgesellschaften suchen aber Absatzchancen in Deutschland und zahlen dafür auch hohe Eintrittspreise. Sie locken beispielsweise Banken und unabhängige Vermittler zum Verkauf ihrer Fonds, indem sie ihnen Teile der jährlichen Managementgebühr anbieten.

Gerade ausländische Investmentgesellschaften haben relativ großen Spielraum, weil sie tendenziell höhere Managementgebühren verlangen, von der sich auch höhere Anteile für Dritte "abzweigen" lassen. "Die können teilweise bis zu einem Prozentpunkt dafür zahlen, dass ein Vermittler ihre Produkte anbietet", meint Chomrak. Dazu Michael Duesberg, neuer Chef der Deutschland-Niederlassung der britischen Investmentgesellschaft Invesco: "Manche Banken und Vermittler verlangen von uns 0,4 Prozentpunkte dafür, dass sie unsere Fonds ins Regal nehmen, einige sogar mehr."

Die Unterschiede sind deutlich. So liegt die durchschnittliche jährliche Managementgebühr der hier zu Lande von der amerikanischen Fidelity angebotenen Aktienfonds bei 1,50 %. Inklusive der regelmäßigen Belastungen, die zusätzlich zur Managementgebühr anfallen, summieren sich die Gesamtkosten sogar auf 1,97 % pro Jahr. Bei deutschen Gesellschaften fallen die Sätze eher moderat aus, wie die Beispiele DWS, DIT, Adig, Activest, Deka oder Union Investment belegen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass Fitzrovia bei der Berechnung auf die letzten jährlichen Rechenschaftsberichte zurückgreift. Die jüngsten Preiserhöhungen, etwa beim DIT, sind daher noch nicht in den Zahlen berücksichtigt. Die Dresdner-Gesellschaft hatte die Managementgebühr ihrer Aktienfonds zum 1. November um durchschnittlich 0,4 Prozentpunkte angehoben.

Manche Branchenkenner sind optimistischer, was die weitere Entwicklung der Managementgebühren angeht. "Wir haben das Ende der Fahnenstange vielleicht bald erreicht", meint etwa Duesberg. Einen Hinweis darauf könnten die jüngsten Zahlen von der Münchener Fondsresearchfirma Financial Webworks geben. Danach zeigt der Trend bei den Managementgebühren für alle neu aufgelegten Investmentfonds in diesem Jahr zum ersten Mal nach unten. Der Durchschnitt fiel von 1,26 % im vergangenen auf 1,16 % im laufenden Jahr.

Der Ausgabeaufschlag rückt übrigens wieder in den Blickpunkt. Die einmalige Kaufgebühr hatte in den letzten Jahren tendenziell an Bedeutung verloren. Der durchschnittliche Satz für die neu aufgelegten Produkte war sukzessiv von 3,75 % im Jahr 1998 auf 3,24 % im ersten Halbjahr dieses Jahres gesunken. Für das Gesamtjahr errechnet sich allerdings wieder der höhere Wert von 4,06 %. Torsten Iben, Geschäftsführer von Financial Webworks, meint dazu: "Da spielen die hohen Aufschläge für die neuen Produkte einiger ausländischer Gesellschaften eine Rolle, die teilweise über 6 % fordern."

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