Spekulationen über "geheime Signale" der Unternehmen
Gebote bei UMTS-Auktion peilen 90-Milliarden an

Die Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen ist am Mittwochmorgen in Mainz mit Höchstgeboten von mehr als 86 Mrd. DM fortgesetzt worden.

afp MAINZ. Dabei reichten alle sechs Bieter Offerten für jeweils eine "kleine" Lizenz aus zwei Frequenzpaketen ein. Theoretisch könnte die Auktion damit in der nächsten Runde enden, wenn kein Unternehmen oder Konsortium mehr ein neues Höchstgebot abgibt. Dies gilt nach dem bisherigen Auktionsverlauf allerdings als unwahrscheinlich. Das höchste Gebot für eine kleine Lizenz gab in der 151. Runde die Bietergruppe e-plus Hutchison mit 14,853 Mrd. DM (7,6 Mrd. Euro) ab.

Der Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, sah die Versteigerung noch nicht auf der Zielgeraden. Er erwarte nochmals einen "spannenden und langen Tag", sagte der dem Nachrichtensender n-tv zum Auftakt des 13. Auktionstages.

Das Magazin "Tele-Börse" und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten derweil, die Bieter gäben sich bei der Versteigerung untereinander offenkundig "geheime Signale". Dies sei bereits bei der britischen UMTS-Auktion im April beobachtet worden und wiederhole sich jetzt augenscheinlich im Kräftemessen zwischen den beiden Branchengrößen Mannesmann Mobilfunk und T-Mobil.

Statt um den Mindestbetrag aufzustocken, sei Mannesmann Mobilfunk in mehreren Runden um einige Hunderttausend Mark höher gegangen, um das Gebot mit einer Sechs enden zu lassen, bemerkten die Blätter. Dies habe signalisieren sollen, der Konzern könne sich eine Lösung mit sechs "kleinen" Lizenzen vorstellen, bei der alle Bieter mit zwei Frequenzblöcken zum Zuge kämen. T-Mobil habe das "Friedensangebot" aber jedesmal ausgeschlagen und durch Gebote mit der Endziffer Fünf zu verstehen gegeben, dass eine "große Lizenz" aus drei Blöcken angestrebt werde, was nur fünf Bieter zum Zuge kommen ließe.

Das Magazin "Focus Money" berichtete am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe, der UMTS-Poker dürfte für die teilnehmenden Firmen ein teures Nachspiel haben. Ratingagenturen wollten fast alle Bieter nach dem Ende der deutschen Auktion herabstufen. Eine schlechtere Bewertung von Bonität und Kurspotenzial hätte für die Konzerne vor allem höhere Zinsen für Kredite und Anleihen zur Folge.

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