Spekulationen über Stellenabbau
Wettbewerb macht Chrysler zu schaffen

"Wir können in einem solchen wettbewerbsintensiven Markt wie unserem einen Stellenabbau natürlich grundsätzlich nicht ausschließen", sagte der Chef der Daimler-Chrysler-Tochter am Rande der Internationalen Automobilausstellung und reagierte damit auf Spekulationen über weitere radikale Umstrukturierungen.

Reuters FRANKFURT. Der deutsch-amerikanische Autobauer Daimler-Chrysler peilt bei seiner US-Tochter Chrysler für dieses Jahr weiterhin einen kleinen Gewinn im operativen Geschäft an. Unterdessen geht der Konzern für seine Oberklassen-Sparte Mercedes erst wieder im Jahr 2005 von deutlichen Absatzzuwächsen durch neue Modelle aus.

Chrysler-Chef Dieter Zetsche sagte vor Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am Dienstag zu der Ergebnisprognose in Frankfurt: "Wir haben gesagt, dass wir dieses Ziel anstreben und dass es Risiken gibt, und das ist die Situation heute". Vor allem der harte Wettbewerb auf dem Heimatmarkt USA, der durch hohe Kaufanreize geprägt ist, macht Chrysler derzeit zu schaffen. Eine Prognose für 2004 gab Zetsche nicht ab. Im zweiten Quartal hatte Chrysler einen Betriebsverlust von 948 Mill. ? verbucht. An der Börse verlor die Daimler-Chrysler-Aktie mit dem Gesamtmarkt 1,94 % auf 34,42 ?.

Derzeit gebe es keine Pläne für weitere radikale Umstrukturierungen wie einen umfassenden Stellenabbau bei Chrysler, trat Zetsche etwaigen Spekulationen entgegen. "Über die Anstrengungen hinaus, die wir derzeit unternehmen, gibt es zu diesem Zeitpunkt keinen Plan für irgendwelche unerhörten Schritte", versicherte der Manager. Er fügte jedoch hinzu, dass er im aktuellen Umfeld weitere Maßnahmen für die Zukunft nicht ausschließen könne.

Gute Fortschritte habe die US-Tochter unterdessen bei den Kosteneinsparungen erzielt, die dieses Jahr eine Milliarde Dollar betragen sollen. Zetsche zufolge wird Chrysler zudem das Anfang 2001 ausgesprochene Ziel erreichen, innerhalb von drei Jahren die Materialkosten um 15 % zu reduzieren.

Chrysler hatte in den vergangenen zweieinhalb Jahren rund 20 % der Stellen gestrichen und auch an anderer Stelle Kosten eingespart. Die Daimler-Chrysler-Tochter muss insbesondere mit dem durch gewinnschmälernde Kaufanreize gekennzeichneten harten US-Wettbewerb zurecht kommen. Der US-Fahrzeugabsatz ging im August um 6,4 % zurück und zum ersten Mal wurde Chrysler von seinem japanischen Rivalen Toyota überflügelt.

Für seine Oberklassen-Sparte Mercedes geht Daimler-Chrysler im kommenden Jahr von einem stagnierenden Absatz aus. "Wir rechnen 2004 mit einem gleich bleibendem Absatz. Aber 2005 werden die A- und M-Klasse-Modelle voll greifen, und das gibt uns die Möglichkeit, den Absatz deutlich zu steigern", sagte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Die Modellreihen der kompakten A-Klasse und des Geländewagens M-Klasse stehen 2004 vor einem Modellwechsel. Für den gesamten europäischen Automarkt geht Hubbert für 2004 von einem Wachstum um rund 2,5 % aus.

Im vergangenen Monat August hatte Daimler-Chrysler acht Prozent weniger Autos seiner Marke Mercedes-Benz verkauft als ein Jahr zuvor. In den ersten acht Monaten hinkte der Absatz damit um zwei Prozent hinter dem Vorjahresniveau her.

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