Spekulationen über Wahlbetrug
Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Sri Lanka verschoben

afp COLOMBO. Nach der Parlamentswahl in Sri Lanka hat die nationale Wahlkommission die für Mittwoch angekündigte Veröffentlichung des amtlichen Endergebnisses um einen Tag verschoben. Zur Begründung nannte der Ausschussvorsitzende Dayananda Dissanayake Berichte über Wahlbetrug. Er wolle das Endergebnis erst am Donnerstag nach Gesprächen mit den Parteivorsitzenden bekannt geben. Die Abstimmung musste Dissanayakes Angaben zufolge im gesamten Wahlbezirk Kilinochchi im Norden der Insel sowie in 22 Lokalen im Süden des Landes annulliert werden. Das regierende Mehrparteienbündnis Volksallianz erklärte sich selbst zum "eindeutigen Sieger" der Wahl vom Dienstag. Die Volksallianz kündigte an, mit der kleineren Tamilen-Partei EPDP eine Minderheitsregierung bilden zu wollen.

Nach ersten Hochrechnungen bleibt die bisher regierende Volksallianz zwar größte Partei im Parlament. Allerdings verlor sie ihre absolute Mehrheit. Nach Teilergebnissen der Wahlkommission wurden bislang 184 von insgesamt 225 Parlamentssitzen vergeben. Davon erhielt die von Präsidentin Chandrika Kumaratunga geführte Volksallianz 90 Mandate. Die größte Oppositionspartei Vereinigte Nationale Partei (UNP) kam demnach auf 70 Sitze, acht Sitze entfielen auf die marxistische Volksbefreiungsfront. Zuvor hatte der staatliche Rundfunk unter Berufung auf eine inoffizielle Hochrechnung berichtet, auf die Volksallianz seien 109, auf die UNP 90 und auf die Volksbefreiungsfront zehn Sitze entfallen.

Angesichts eines knappen Wahlausgangs begannen Beobachtern zufolge bereits am Dienstag erste Koalitionsgespräche. Zuvor hatte die Volksallianz wiederholt versichert, sie rechne mit dem Gewinn von zwei Dritteln der Mandate. Aus Furcht vor neuer Gewalt nach der Abstimmung verhängte die Regierung eine Ausgangssperre für die Nacht zum Donnerstag.

Die Wahlen hatten am Dienstag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und von Gewalt überschattet stattgefunden. Beobachtern zufolge wurde Wahlurnen und Stimmzettel gestohlen, Wähler eingeschüchtert und Stimmen gefälscht. Das unabhängige Zentrum für die Beobachtung von Wahl-Gewalt forderte Neuwahlen in elf Wahlkreisen, wo es zu schweren Unregelmäßigkeiten gekommen sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%