Spekulationen um baldige Zinssenkung
Dollar holt auf

Der Dollar hat am Dienstag im europäischen Devisenhandel deutliche Kursgewinne verbucht. Auf Grund von Spekulationen um eine baldige Zinssenkung in den USA hätten Investoren zunehmend Gelder in die US-Währung umgeschichtet, die sie dann verstärkt in Staatsanleihen anlegen wollten, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Euro verlor im Gegenzug zeitweise gut 1,3 % auf ein Vierwochentief von 0,9650 $. Im frühen New Yorker Handel pendelte der Euro um den Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) von 0,9689 (Vortag 0,9836) $. Der Dollar zog auch gegenüber dem Yen und dem Schweizer Franken auf 120,98 Yen beziehungsweise 1,5054 Franken an.

"Es gibt definitiv eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen senken wird .... Dies ist positiv für den Dollar, weil eine Zinssenkung den Aktienmärkten helfen würde", sagte ein Händler. Der maßgebliche Zinssatz der Fed für Tagesgeld liegt derzeit mit 1,75 % auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren. Der für die Zinspolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) kommt am 13. August zusammen.

Außerdem würden Anleger angesichts der wachsenden Unsicherheit an den Aktienmärkten ihr Geld in die USA zurückholen, sagten Händler. US-Anleger hätten verstärkt in Japan Aktien verkauft. An der Tokioter Börse fiel am Dienstag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,4 % und lag damit in der Nähe des im Februar verzeichneten 17-Jahres-Tiefs. An den europäischen Börsen und an der Wall Street bahnte sich dagegen am Dienstag eine kräftige Erholung von dem Kurseinbruch des Vortages an.

Dennoch gingen Händler davon aus, dass die Investoren trotz der Gewinnmitnahmen im frühen New Yorker Renten-Geschäft auch künftig verstärkt Gelder in US-Staatsanleihen anlegen wollten. Sie gingen deshalb davon aus, dass die Papiere aus der am Dienstag beginnenden Quartalsrefinanzierung des US-Finanzministeriums im Volumen von 40 Mrd. $ zügig untergebracht werden.

Händler begründeten den Kursrückgang des Euro und des Yen auch mit Sorgen um die Auswirkung einer möglichen erneuten US-Konjunkturschwäche auf die Volkswirtschaften in Europa und Japan. Der Rückgang des Eurokurses sei zudem dadurch beschleunigt worden, dass die Gemeinschaftswährung den charttechnischen Widerstand bei 0,9726 $ und zudem das Juli-Tief bei 0,9711 $ durchbrochen habe, sagte Karen Jones, technische Analystin bei der Commerzbank. Händlern zufolge hat das Durchbrechen dieser beiden Marken den Weg freigemacht bis hinunter zu Kursen von 0,95 oder gar 0,9450 $.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%