Spekulationen um Daimler-Chrysler
Dax schließt fest

Die deutschen Standardwerte haben parallel zur Entwicklung der US-Börsen am Donnerstag fest geschlossen.

rtr FRANKFURT. Wie bereits in den vergangenen Wochen habe dem deutschen Markt die Eigendynamik gefehlt, sagten Händler. Daher habe er sich von den Vorgaben der Wall Street nicht abkoppeln können. Nach Spekulationen um einen möglichen Verkauf von DaimlerChrysler-Anteilen durch die Deutsche Bank rutschten die Daimler-Papiere ab. Deutsche Bank und MLP hatten am Morgen Geschäftszahlen vorgelegt. Die Aktien der Deutschen Telekom legten trotz der Unsicherheit über den geplanten Verlauf des TV-Kabelnetzes an Liberty Media deutlich zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,1 % fester auf 5107,61 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 2,4 % auf 1151 Punkte anzog. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt gut ein Prozent im Plus bei 4441,6 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gewann 1,2 % auf 3584 Zähler. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,8 % höher bei 9839 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 0,6 % auf 1925 Punkte anzog.

Im abgelaufenen Monat legte der Dax per saldo um ein knappes Prozent zu, während der MDax um rund zwei Prozent nachgab. Am Neuen Markt verlor der Nemax50 geringfügig.

Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer hatte am Nachmittag gesagt, sein Unternehmen halte grundsätzlich an den Planungen zum Verkauf der zwölfprozentigen DaimlerChrysler-Beteiligung fest. Daraufhin drehte die Aktie des Automobilkonzerns deutlich ins Minus. Ein Sprecher der Bank stellte inzwischen klar, dass es keine konkreten Pläne hierfür gebe. Die DaimlerChrysler-Papiere erholten sich gegen Sitzungsende von ihrem Tagestief und schlossen 1,3 % im Minus bei 46,95 ?.

Nachdem die Aktien der Deutschen Bank im frühen Handel zunächst bis zu 1,8 % nachgegeben hatten, schlossen sie gut zwei Prozent im Plus bei 72,1 ?. Die am Morgen veröffentlichten Geschäftsergebnisse lagen unter den Erwartungen der Analysten. Marktteilnehmern zufolge sehen die Zahlen auf den ersten Blick katastrophal aus. Allerdings sei ein Vergleich durch die Umstellung auf die US-Bilanzierungsregeln (US-GAAP) schwierig. Ein Händler sagte: "Dass das Ergebnis in den schlechten Zeiten nicht bombig ausfällt, hat man erwartet." Insgesamt sei man jedoch vom Unternehmen überzeugt.

Obwohl das Bundeskartellamt den US-Konzern Liberty Media im Verfahren um den geplanten Kauf des TV-Kabelnetzes von der Deutschen Telekom abgemahnt hat, stieg die T-Aktie um 2,6 % auf 17,15 ?. Zwar sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, sagte der Fondsmanager Joseph Scarfone von Frankfurt Trust. Die Situation sei für die hoch verschuldete Telekom aber dennoch unverändert kritisch. Die Übernahme hätte ein Volumen von 5,5 Mrd. ?.

Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen Infineon, deren Aktien sich um 5,1 % auf 25 ? verteuerten. Zuvor hatte ein Sprecher gesagt, der Chiphersteller führe mit dem südkoreanischen Mitbewerber Hynix Gespräche, die aber nicht unbedingt auf die Bildung einer Allianz abzielten.

Nach der Vorlage von erwartungsgemäß ausgefallenen Geschäftszahlen tendierten die Titel von MLP zunächst freundlich und drehten dann deutlich ins Minus. Händler verwiesen darauf, dass einige Investoren die Aktie trotz der jüngsten Kursverluste weiterhin für relativ teuer hielten und nun verkauften. Die Aktien schlossen 4,7 % im Minus bei 68,1 ?. Die Titel von Siemens rutschten am Nachmittag ebenfalls ins Minus und beendeten den Handel 1,65 % niedriger bei 68,55 ?. Einige Händler verwiesen auf unbestätigte Gerüchte über eine bevorstehende Gewinnwarnung des Unternehmens. Sie bezeichneten den Wahrheitsgehalt dieser Spekulationen aber als sehr gering.

Im MDax legten die Aktien der Hannover Rück um 0,8 % auf 70,7 ? zu. Der Rückversicherer rechnet trotz eines Neunmonatsverlust mit einem ausgeglichenen Ergebnis für das Gesamtjahr 2001. Die Titel der Software AG stiegen nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen zunächst um bis zu 3,4 %, schlossen dann aber 5,1 % leichter bei 36,25 ?.

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