Spekulationen um Einstieg des Medienkonzerns bei EM.TV – Einigung bis Montag möglich
Kirch stellt den Börsenfahrplan in Frage

Der Münchener Medienkonzern Kirch erwägt eine Verschiebung des Börsengangs der Tochtergesellschaft Kirch Media. Ursprünglich plante das Unternehmen, in dem Kirch das Kerngeschäft mit TV-Sendern (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, N 24) und Lizenzhandel konzentriert hat, das Going- Public für das kommende Jahr.

cbu/hps/jod MÜNCHEN. Der Münchener Medienkonzern Kirch erwägt eine Verschiebung des Börsengangs der Tochtergesellschaft Kirch Media. Ursprünglich plante das Unternehmen, in dem Kirch das Kerngeschäft mit TV-Sendern (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, N 24) und Lizenzhandel konzentriert hat, das Going- Public für das kommende Jahr. "Der Börsengang ist auch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar. Das hängt davon ab, wie sich die Märkte entwickeln und was wir außerdem vorhaben", sagte Dieter Hahn, Vizechef der Kirch-Gruppe, dem Handelsblatt.

Zu den Gründen für eine eventuelle Verschiebung des Börsengangs der Kirch Media meinte Hahn, zum einen stimme derzeit das Börsenumfeld nicht. Zum anderen müsse abgewartet werden, bis die Vorteile aus der Bildung einer Senderfamilie von Pro Sieben und Sat 1 voll ausgeschöpft werden. Sonst würde bei einem Börsengang "Geld verschenkt". Bei Kirch Media gebe es derzeit keinen besonderen Kapitalbedarf.

Spekulationen um EM.TV-Übernahme dauern an

Unterdessen gehen die Spekulationen über einen Einstieg der Kirch-Gruppe bei EM.TV weiter. Dieter Hahn, rechte Hand von Konzernchef Leo Kirch, erklärte: "Die Gerüchte zu einem möglichen Einstieg bei EM.TV möchte ich zurzeit nicht kommentieren." Auch ein EM.TV-Sprecher gab keinen Kommentar. Grundsätzlich kann sich der Kirch-Konzern vorstellen, künftig als Konsolidierer am Neuen Markt aktiv zu sein. Aus Branchenkreisen hieß es gestern erneut, die Gespräche zwischen Kirch und EM.TV würden weiter mit Hochdruck geführt. Eine baldige Einigung - sogar bis Montag - sei möglich. Es sei zudem noch offen, ob EM.TV-Gründer und-Großaktionär Thomas Haffa an Bord bleibt. Denkbar ist, dass Haffa für die Einbringung seines Aktienpakets eine kleine Beteiligung an der Kirch Media erhält.

Die EM.TV-Aktie, die am Montag und Dienstag teilweise starke Verluste hinnehmen musste, ging auch gestern leicht nach unten. Analysten waren sich nicht einig, ob ein Einstieg der Kirch-Gruppe bei EM.TV Sinn macht oder nicht. Gleichzeitig kursierten erneut Gerüchte über Liquiditätsschwierigkeiten. Diese könnten im Zusammenhang stehen mit dem milliardenschweren Engagement von EM.TV bei der Formel-1-Holding SLEC und deren Finanzierung, hieß es am Markt.

Kirch hatte zuletzt gegen Einlage von Milliardensummen mehrere Investoren an seinem Unternehmen beteiligt, unter anderem Rewe, die italienischen Berlusconi-Gesellschaften Fininvest und Mediaset sowie Lehman Brothers. Mit den meisten Investoren sei ein Börsengang bis zum Jahr 2003 vereinbart, sagte Hahn.

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