Spekulationen um Hypo-Vereinsbank-Tochter
Mögliche Fusion beflügelt Comdirect und DAB

Sich verdichtende Fusionsgerüchte haben den Titeln der Comdirect und der DAB Bank am Montag deutliche Kursgewinne beschert. Gut informierten Frankfurter Finanzkreisen zufolge erwägt die Commerzbank einen Kauf der Hypo-Vereinsbank-Tochter DAB Bank.

vwd FRANKFURT. Das Handelsblatt hatte unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, die Hypo-Vereinsbank (HVB) und die Commerzbank verhandelten in fortgeschrittenem Stadium über eine Fusion ihrer Online-Broker. In der vergangenen Woche hatte der designierte Vorstandssprecher der HVB, Dieter Rampl, gesagt, die Hypo-Vereinsbank prüfe alle Möglichkeiten für ihre defizitäre Tochter.

Darunter fällt nach Rampls Worten auch eine Reintegration in den Mutterkonzern oder ein Verkauf. Aus Finanzkreisen hieß es am Montag, verhandelt werde über einen Kauf unter Einbringung beider Töchter. Das Interesse der Commerzbank richte sich aber in erster Linie auf die Kunden der DAB Bank. Zum Zeitpunkt einer möglichen Entscheidung hieß es, die Commerzbank verfüge über ihren Online-Broker Comdirect. Sie stehe daher nicht unter Kaufdruck. Offiziell wollten sich weder die Commerzbank, noch die HVB oder Comdirect dazu äußern.

Die HVB will den informierten Kreisen zufolge möglichst noch bis Ende November, spätestens bis Jahresende über Lösung für die defizitäre DAB befinden. Rampl hatte zudem geäußert, dass das Frankreich-Geschäft verkauft und das Geschäft in der Schweiz geschlossen werden solle. Die Titel von Comdirect gewannen am frühen Nachmittag mehr als acht Prozent auf 4,02 Euro, während die der DAB Bank um knapp 15 Prozent auf 3,70 Euro zulegten.

Analysten werteten eine mögliche Fusion der Online-Broker als sinnvoll. Von der Kundenzahl her zeichneten sich bei einer Fusion deutliche Synergiepotenziale ab, meinen Experten von SES Research. Im Falle einer Fusion hätten allerdings beide Partner das Problem, dass ihre IT-Struktur nicht kompatibel sei. Nur eine Fusion zwischen den beiden Unternehmen könnte wirkliche Kostensynergien schaffen und die langfristige Rentabilität verbessern, pflichten die Analysten der WestLB bei.

Verunsichert reagieren indes die Kunden der Broker. Der Bundesverband deutscher Bank (BdB) warnt unterdessen vor überstürzten Reaktionen. "Die Konten gehen bei einem Zusammenschluss nicht verloren", sagte BdB-Sprecher Jens Walter. Verbraucherschützer raten, nach einer Fusion die neuen Konditionen genau unter die Lupe zu nehmen. Durch eine Verschmelzung der beiden Online-Broker würde einer der größten Euroopäischen Broker mit mehr als einer Million Kunden entstehen.

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