Spekulationen um Kölner Vorstandschef
Ford-Mutter drängt Kleinaktionäre heraus

Bei der Kölner Ford-Werke will der US-Mutterkonzern allein das Sagen haben und die Kleinaktionäre im Rahmen eines "Squeeze-out"-Verfahrens aus dem Unternehmen herausdrängen.

zel DÜSSELDORF. Gleichzeitig mehren sich in der Deutschland-Zentrale von Ford die Hinweise, dass der Vorstandsvorsitzende Rolf Zimmermann im nächsten Jahr ausscheiden wird.

Zimmermann begründete das "Squeeze-out" der wenigen Kleinaktionäre gegenüber dem Handelsblatt damit, dass "eine 100-prozentige Tochter sehr viel einfacher und kostengünstiger geführt werden" könne. Das Unternehmen werde künftig schneller reagieren, wenn zur Hauptversammlung der Ford-Werke keine Kleinaktionäre mehr eingeladen werden müssten. Ein Ford-Sprecher bezeichnete den Verzicht auf eine groß angelegte Hauptversammlung als "wesentliche Ersparnis".

Die Ford-Muttergesellschaft in den USA hält derzeit indirekt 99,85 % der Kölner Ford-Werke Von den 7,2 Millionen Stückaktien befinden sich gerade mal 11 000 in Streubesitz - die Papiere waren zumeist als Belegschaftsaktien ausgegeben worden. Ford will seinen freien Aktionären 640 Euro je Titel als Barabfindung zahlen, Anfang Juli muss die Hauptversammlung über das "Squeeze out" entscheiden. Nach Abschluss des Verfahrens soll die Aktie der Ford-Werke auch endgültig vom Kurszettel verschwinden und nicht mehr an der Börse gehandelt werden.

Vorstandschef Zimmermann sagte weiter, dass mit dem geplanten "Squeeze out" lediglich die Aktionärsstruktur des Unternehmens geändert werden solle. "Eine Auflösung der AG oder eine Umwandlung in eine oder mehrere GmbH gehen nicht mit dem Übertragungsbeschluss einher und werden derzeit auch nicht verfolgt", betonte er. In den vergangenen Jahren war in Köln wiederholt die Vermutung aufgekommen, die AG könnte aufgelöst werden. Der Ford-Mutterkonzern würde damit die Mitbestimmungsrechte der Gewerkschaften begrenzen und gleichzeitig Geld sparen.

Unklar bleibt die Zukunft von Vorstandschef Zimmermann. Ein Ford-Sprecher wollte lediglich bestätigen, dass der 55-Jährige seinen bis Herbst nächsten Jahres laufenden Vertrag erfüllen werde. Hinter den Kulissen gilt es jedoch bereits als ausgemacht, dass Zimmermann spätestens zu diesem Zeitpunkt ausscheidet.

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