Spekulationen um MDax-Notierung
Porsche-Aktie unverändert

Die Vorzugsaktie des Sportwagenherstellers Porsche hat am Dienstagmorgen nachgegeben. Das Handelsblatt hatte zuvor berichtet, dass der Wert voraussichtlich Mitte September aus dem MDax verwiesen werde.

dpa-afx FRANKFURT. Damit hatte die Deutsche Börse AG dem Autokonzern bereits im Februar gedroht, seinen Platz im Aktienindex MDax zu verlieren, wenn er auch künftig keine Quartalsberichte veröffentliche. Gegen Mittag machte Porsche die morgendlichen Verluste wett und notierte unverändert bei 387,00 Euro. Indessen gab der MDax 0,56 % auf 4 747,16 Zähler ab.

Porsche habe traditionell nicht in allen Quartalen einen ausgeglichenen Geschäftsverlauf, sagte Matthias Jörss, Analyst bei Sal. Oppenheim. Das werde an der Börse eher bestraft, obwohl die Zahlen über das Gesamtjahr bislang sehr positiv seien. Andererseits halte Porsche es wohl derzeit nicht für nötig, Quartalsberichte zu veröffentlichen. Das sei "zum Teil wahr", denn schließlich ist der Wert im Gegensatz zum Konkurrenten BMW in den MSCI-Index aufgenommen worden. Im Vergleich zum Index von Morgan Stanley Capital International (MSCI) sei der MDax "nicht ganz so relevant". Folglich werde der Wert weiterhin von Analysten gecovert werden, auch wenn der Titel aus dem MDax verwiesen werden sollte, so dass die Belastungen für den Aktienkurs nach Ansicht von Jörss "begrenzt" sein werden.

Allerdings tue die Deutsche Börse gut daran, sich an die Regularien, die sie aufgestellt hat, auch zu halten, urteilte er. Schließlich soll nicht zuletzt mit den Quartalsberichten die Transparent jedes Unternehmens erhöht werden. Daran müssten auch die Unternehmen Interesse haben, erklärte Jörss. Darüber hinaus sei die Toleranz der Kapitalmärkte fraglich, wenn Porsche künftig einmal weniger erfreuliche Bilanzen als zur Zeit vorlegt.

Merck Finck & Co bestätigt Porsche als "Outperformer"

Pia-Christina Schulze, die Wertpapiere bei Merck Finck & Co analysiert, bestätigte Porsche indessen in einer Kurzstudie als "Outperformer". Sie betrachte die Notierung im MSCI als ausgleichendes Moment, falls der Sportwagenhersteller aus dem Index für die mittelgroßen Werte verwiesen werde. Porsche habe mit seinen Fahrzeugen eine außerordentliche Marktpostition inne, urteilte sie.

Der Sportwagenhersteller müsse im Juni seinen Bericht für das erste Quartal vorlegen, so dass es bislang noch keine Entscheidung gegeben habe, das Unternehmen aus dem MDax zu nehmen, sagte Frank Hartmann, Sprecher der Deutschen Börse AG. "Generell" könne die Börse jedoch Unternehmen aus den Indizes streichen, wenn sie sich "grundsätzlich weigern", Quartalsberichte zu erstellen, ergänzte er. Dass Porsche im September aus dem Index für die mittleren Werte verwiesen werde, sei "eine Schlussfolgerung des 'Handelsblattes'".

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