Spekulationen um Microsoft-Einstieg bei T-Online
Dax zum Handelsschluss im Plus

Nach der Einigung in den Metall-Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg am Mittwochabend haben die deutschen Aktienwerte etwas fester geschlossen. Der Tarifabschluss habe allerdings nur den positiven Effekt der anziehenden US-Aktien verstärkt, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Mit Blick auf die Laufzeit des Tarifvertrages von 22 Monaten sagte ein Händler, die Lohnerhöhungen von 4,0 % seien volkswirtschaftlich verkraftbar. Andere Börsianer ergänzten, einige Anleger hätten aus Sorge um höhere Aufschläge in den vergangenen Tagen Aktien verkauft und würden nun voraussichtlich in den Markt zurückkehren.

Nach einem Magazinbericht über einen möglichen Einstieg des US-Softwarekonzerns Microsoft bei T-Online legten die Aktien der Muttergesellschaft Deutsche Telekom kräftig zu. Massive Kurseinbrüche verzeichneten derweil die Titel mehrerer vermeintlicher oder tatsächlicher Pleitekandidaten.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Mittwoch 0,5 % fester bei 5072,39 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 2,2 % auf 878,97 Punkte anzog. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,3 % im Plus bei 4484,55 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 0,6 % auf 3547,44 Zähler an.

An der Wall Street tendierte nach anfänglichen Verlusten der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,3 % fester bei 10 332 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um zwei Prozent auf 1753 Punkte anzog.

Microsoft-Einstieg bei T-Online?

Einem bislang unbestätigten Magazinbericht zufolge will Microsoft bis zu 24,9 % an der Telekom-Tochter T-Online übernehmen. "Im Moment ist der Börsengang von T-Mobile nur sehr schwer zu realisieren und man versucht jetzt durch den Verkauf von T-Online-Anteilen, die hohe Verschuldung zu senken", sagte ein Händler. Die T-Aktie verteuerte sich um 5,6 % auf 14,08 ?. Die am Neuen Markt gelisteten Papiere von T-Online schlossen derweil 9,3 % im Plus bei 11,60 ?. Mit Blick auf den möglichen Verkaufserlös sagte ein Händler: "Es ist die Rede von drei bis vier Mrd. ?, was sich ungefähr auf 13 ? pro Aktie belaufen würde." Die übrigen Technologiewerte im Dax legten nach den unerwartet guten Geschäftszahlen des US-Konzerns Applied Materials ebenfalls zu. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax stieg um 1,5 %.

Lufthansa, RWE und MAN legen Zahlen vor

Die Lufthansa verbuchte im ersten Quartal überraschend einen operativen Gewinn. Experten hatten durchschnittlich mit einem Verlust gerechnet. Die Aktien schlossen ein Prozent fester bei 16,40 ?. Die Titel von MAN verloren indes 3,4 % auf 26 ?. MAN hatte überraschend einen operativen Verlust bekannt gegeben. Obwohl die Zahlen von RWE über den Prognosen lagen, verbilligten sich die Papiere des Energiekonzerns um 1,1 % auf 41,45 ?. RWE wachse nur im Kerngeschäft, sagte ein Händler zur Begründung. Die Automobilwerte litten Händlern zufolge unterdessen unter Gewinnmitnahmen. Außerdem konzentrierten sich die Anleger wieder verstärkt auf Technologiewerte. Der Branchenindex für den Auto-Sektor im Dax verlor am Mittwoch 0,6 %, nachdem er seit Wochenbeginn um knapp drei Prozent gestiegen war.

Aktien von Pleitefirmen brechen ein

Die größten Verlierer am deutschen Aktienmarkt waren mit einem Minus von 62 % auf 0,39 ? die Titel von Phenomedia. Der Moorhuhn-Erfinder hatte am Dienstagabend bekannt gegeben, einen Insolvenzantrag gestellt zu haben. Zuvor hatte schon der ebenfalls Neuen Markt gelistete IT-Spezialist ArtStor angekündigt, zahlungsunfähig zu sein. ArtStor-Aktien verloren 39 % auf 0,14 ?.

Indes brachen die Aktien der angeschlagenen Gontard & Metallbank um 41 % auf 0,10 ? ein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) geht davon aus, noch in dieser Woche einen Insolvenzantrag für das Geldhaus zu stellen. Im MDax fielen die Papiere von Cargolifter zeitweise um 38 % auf ein neues Allzeittief von 0,99 ?. Nach dem Land Brandenburg hat auch die Bundesregierung Finanzhilfen für den angeschlagenen Luftschiffbauer vorerst ausgeschlossen.

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