Spekulationen um Schicksal des Diktators
Saddam: Verwandte sind nicht geflüchtet

Der irakische Präsident Saddam Hussein ist am Dienstag über das irakische Fernsehen Spekulationen entgegengetreten, Mitglieder seiner Familie seien ins Ausland geflüchtet. Saddam reagierte damit offenbar auf Berichte ausländischer Medien, die ältere seiner beiden Ehefrauen, Sadschida, und seine Töchter seien geflohen.

Reuters BAGDAD. "Das Gerücht, dass die Familie des Präsidenten Saddam Hussein den Irak verlassen hat, ist die Wiederholung einer zuvor vom Pentagon verbreiteten Lüge", hieß es in einer Erklärung Saddams, die im irakischen Staatsfernsehen verlesen wurde. Saddam habe sein eigenes Schicksal und das seiner engsten Angehörigen mit dem des irakischen Volkes verknüpft.

Saddam hatte im März ein Ultimatum der USA zurückgewiesen, Irak zu verlassen, um so in letzter Minute einen Krieg zu verhindern. US-Präsident George W. Bush hatte ihm und seinen Söhnen Udai und Kusai dafür 48 Stunden Zeit gegeben. Nach Ablauf dieser Frist in der Nacht zum 20. März hatte die US-Luftwaffe Bagdad erstmals angegriffen.

Der saudiarabische Außenminister Prinz Saud El Faisal forderte Saddam am Montag erneut zum Rücktritt auf. "Da er sein Volk aufgefordert hat, sich für das Land zu opfern, sollte er der erste sein, der sich für das Land opfert", sagte der Minister dem US-Sender ABC. Saudi-Arabien lehnt den Krieg gegen Irak ab, gilt aber dennoch als Verbündeter der USA in der arabischen Welt. Saud rief erneut dazu auf, der Diplomatie eine Chance zu geben. Krieg bringe nur zusätzliches Blutvergießen und verstärke die Unruhe in der Region.

Seit Ausbruch des Krieges ist das Schicksal Saddams und seiner Söhne immer wieder Gegenstand von Spekulationen gewesen. Schon unmittelbar nach Kriegsausbruch war über sein Verbleiben und seinen Gesundheitszustand gerätselt worden. Das irakische Fernsehen zeigte indes wiederholt Beiträge, in denen Saddam sowie Udai und Kusai zu sehen waren. Mal hielt Saddam eine Ansprache, mal saß er im Kreis einiger Vertrauter. Unklar war bei allen Beiträgen aber, wann sie aufgezeichnet wurden. Der britische Premierminister Tony Blair hatte zuletzt Ende vergangener Woche erklärt, das Schicksal Saddams sei weiter ungewiss.

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