Spekulationen zufolge soll der Umbau zum Internetdienstleister Ursache für Rückzug sein
Oracle-Präsident Raymond Lane gibt auf

ap SAN FRANCISCO. Der zweitgrößte Softwarehersteller der Welt Oracle Corp. hat den Rücktritt seines Präsidenten Raymond Lane bekannt gegeben. Einen Grund für den Rücktritt nannte der Konzern in einer Erklärung am Freitagabend nicht. Der 53-Jährige war seit 1996 Präsident des Unternehmens, stand aber immer im Schatten des Vorstandsvorsitzenden und Mitgründers Larry Ellison. Ellison dankte Lane, der seit 1992 für Oracle arbeitet, in einer Erklärung für sein Engagement. Lane soll weiter Mitglied des Vorstands bleiben.

Der Hintergrund des Rücktritts ist nicht bekannt. Laut jüngsten Medienberichten hatte Oracle eine Agentur damit beauftragt, Geschäftspartner des Hauptkonkurrenten Microsoft auszuspionieren. Dafür hatte aber Ellison die volle Verantwortung übernommen, der Name Lanes wurde in Zusammenhang mit der Affäre nicht genannt.

Beobachter glauben eher, dass der Wechsel auf der Umstellung des Unternehmens vom reinen Software-Hersteller zum Internetdienstleister beruht. Unter der Leitung des 39-jährigen Gary Bloom wandte sich Oracle immer stärker dem elektronischen Geschäft zu. Vielen Beobachtern gilt Bloom als Nachfolger des 56-jährigen Ellison. Lane selbst hatte sich nach eigenen Angaben zunehmend von dem täglichen Betrieb des Unternehmens entfernt. Vergangene Woche hatte er bei einer Konferenz gesagt, während des gesamten Frühlings kaum in der Nähe des Unternehmenssitzes in Silicon Valley gewesen zu sein.

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