Spekulationssteuer
Kommentar: Büchse der Pandorra

Nach zwei Jahren Baisse mutet die Diskussion um die Spekulationssteuer anachronistisch an. Die meisten Anleger, die während des Börsen-Booms Gewinne eingestrichen haben, dürften bis heute unterm Strich mehr verloren als gewonnen haben. Viele dürften weder Gewinne noch Verluste steuerlich geltend gemacht haben. Die Investoren wissen zu gut, dass ihnen der Fiskus nur schwer auf die Schliche kommen kann. Zurecht hat der Bundesfinanzhof heute die derzeitige Praxis als verfassungswidrig bezeichnet.

Jetzt sollte die Politik darüber nachdenken, ob hier nicht die Büchse der Pandorra geöffnet wird. Denn Steuergerechtigkeit wird es nur bei einer Lockerung des Bankgeheimnisses geben. Und ob der Aufwand im Verhältnis zum steuerlichen Ertrag steht, ist nicht nur angesichts des düsteren Börsen-Ausblicks fraglich. Man stelle sich vor, alle Transaktionen eines Daytraders müssten nachgehalten werden. Wer soll das bezahlen?

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