Spezialchemiekonzern fühlt sich mit schlanker Struktur gestärkt
Ciba spürt leichte Erholung in den Vereinigten Staaten

Armin Meyer, Chef des Schweizer Spezialchemieherstellers Ciba, strotzt vor Optimismus: Er sieht den Konzern nach dem Umbau der letzten Jahre in guter Verfassung und kündigt für dieses Jahr eine Gewinnsteigerung an. Im wichtigen Absatzmarkt USA sieht Ciba erste Zeichen für eine konjunkturelle Besserung.

ef ZÜRICH. Der Spezialchemiehersteller Ciba hat im vorigen Jahr wegen der Wirtschaftsflaute und negativer Einflüsse durch den starken Schweizer Franken deutlich weniger verdient. Der Nettogewinn sank um 15 % auf 382 Mill. sfr, teilte das Basler Unternehmen mit. Konzernchef Armin Meyer sieht Ciba im Vergleich zur Konkurrenz allerdings in guter Verfassung: Die französische Rhodia SA beispielsweise ist im vorigen Jahr in die Verluste gerutscht, beim US-Chemieriesen Dupont war der Nettogewinn um 57 % eingebrochen

.

Meyer begründete den vergleichsweise geringen Gewinnrückgang mit der neuen, schlankeren Struktur von Ciba, die geringere Kosten verursache. Mit der neuen Ausrichtung ließen sich auch konjunkturell schwierige Zeiten gut bewältigen, meinte Meyer und kündigte an, dass Ciba in diesem Jahr Gewinn und Umsatz steigern werde.

Wie die Chemieindustrie allgemein erwartet auch Ciba einen Aufschwung im zweiten Halbjahr, der vor allem von der US-Industrie getragen werde. Bereits im Januar 2002 seien die Geschäfte besser als im Dezember 2001 gewesen, sagte Meyer. Allerdings ist der Dezember traditionell ein sehr schwacher Monat für die weltweite Chemieindustrie. Laut Meyer spüre Ciba aber bereits eine leichte konjunkturelle Erholung in den USA.

In Sachen Konzernumbau hat Ciba nach den Worten Meyers die Hausaufgaben weitgehend erledigt. Der Konzern hat sich auf die fünf Sparten Plastik, Farbzusätze, Wasser- und Papierbehandlung, Textilhilfstoffe sowie Produkte zur persönlichen und häuslichen Pflege konzentriert. Meyer unterstrich, dass Ciba nicht in der Feinchemie tätig werden will, in der Wirkstoffe für Medikamente hergestellt werden. Es bleibe bei den fünf Sparten.

Diese will er aber auch durch Zukäufe kleiner und mittelgroßer Unternehmen stärken, falls der Preis stimme. Meyer plant, Ciba zum weltweit führenden Spezialchemiehersteller zu machen. Derzeit liegt der Konzern an Position sieben. Entscheidend für das Erreichen dieses Ziels sei die Kraft, neue Produkte zu schaffen, die durch Patente geschützt sind. Ciba stellt daher 10 Mill. sfr für einen Forschungsfonds zur Verfügung und hat die Position eines "Chief Technology Officers" geschaffen.

Analyst Bernd Pomrehn von der Zürcher Kantonalbank sieht Ciba auf dem richtigen Weg, auch weil der Konzern einen starken Cash- flow erziele. Dieser stieg im vorigen Jahr um 22 % auf 779 Mill. sfr. Auch Sibylle Bischofberger, Analystin der Bank Vontobel, schätzt die Leistungen des Ciba-Managements positiv ein. Allerdings stuft sie die Aktien wegen der relativ hohen Bewertung nur auf "Halten" ein.

Zuversichtlich für dieses Jahr zeigte sich Meyer auch, weil 2001 in der Sparte Wasser- und Papierbehandlung der Sprung in die Gewinnzone gelang und der Konzern Schulden abbauen konnte. Innerhalb von zwei Jahren halbierte sich die Nettoverschuldung auf 2,35 Mrd. sfr. Neben dem Verkauf der Sparte Performance Polymere trug dazu der hohe Cash-flow bei. Meyer bekräftigte das Ziel, bis zum Jahr 2005 ein Umsatzwachstum von jährlich 6 % und eine Ebitda-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 20 % zu erreichen.

Im vorigen Jahr ist der Umsatz des Spezialchemieherstellers um 7 % auf 7,37 Mrd. sfr zurückgegangen, was auch am Anstieg des Schweizer Frankens lag. Ohne den Wechselkurseffekt lag das Minus bei 3 %. Die Nachfrage nach Ciba - Produkten war vor allem in der Autoindustrie und bei Textilherstellern schwach. Mit der Ebitda-Gewinnspanne von derzeit 16,7 % zeigte sich Meyer "unter den gegebenen Umständen" zufrieden.

Die Aktionäre sollen neben einer Dividende von 2 sfr zusätzlich 1 sfr aus der Reduzierung des Nennwertes der Aktien auf 9 sfr erhalten. Meyer will dadurch die Aktionäre am hohen Cash-flow des Konzerns beteiligen.

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