Spezialitätenchemie setzt sich für die nächsten Jahren ehrgeizige Ziele
Ciba plant Wachstum von 6 Prozent jährlich

Die Ciba Spezialitätenchemie AG hat sich angesichts der Konjunkturschwäche im ersten Halbjahr im Vergleich zu Konkurrenten behauptet. Der Umsatz des Basler Konzerns reduzierte sich zwar um 4 % auf 3,86 Mrd. sfr, doch dank eines deutlich geringeren Finanzaufwandes von 68 Mill. sfr gelang es dem Management um Verwaltungsratspräsident Armin Meyer, den Konzerngewinn um 3 % auf 222 Mill. sfr zu steigern.

ef/Reuters BASEL. Um auf Kurs zu bleiben, will Meyer den Konzern weiter verschlanken. Bis Ende 2002 sollen weltweit 450 Arbeitsplätze gestrichen werden. Vom Stellenabbau und weiteren Projekten zur Effizienzsteigerung erhofft sich Ciba jährliche Kosteneinsparungen von 70 Mill. sfr. Der Arbeitsplatzabbau soll nach Möglichkeit ohne Entlassungen vor sich gehen. Bis Ende Juli 2001 hat Ciba bereits 150 Stellen abgebaut. Die weiteren Stellen sollen durch Zusammenlegung der Warenversorgungsketten sowie durch Straffung der Abläufe im Segment Wasser & Papierbehandlung eingespart werden, was vor allem Standorte in England und den USA betrifft.

Während beim Konkurrenten Clariant die Gewinnmargen im ersten Halbjahr unter Druck gerieten, konnte Ciba die operative Marge halten. Dazu trugen auch die eingeleiteten Restrukturierungen bei. "Hier zeigt sich, dass Ciba rechtzeitig auf den Konjunkturabschwung reagiert hat", sagte Analyst Ulrich Steiner von der Bank Leu.

Angepeiltes Wachstum toppt Marktentwicklung

Ciba-Chef Meyer ist für das Gesamtjahr trotz der schwierigen Marktverhältnisse in der Auto-, Textil- und Halbleiterindustrie zuversichtlich. Der Vorjahresumsatz in Lokalwährungen soll wieder erreicht werden. Die Marge beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll den unteren Rand des Zielbereichs von 17,1 bis 17,6 % erreichen. Der Konzerngewinn dürfte das Rekordniveau 2000 von 452 Mill. sfr übersteigen.

Die mittelfristigen Ziele von Ciba sind deutlich weiter gesteckt. Zwischen 2002 und 2005 wird ein jährliches Wachstum von 6 % angestrebt, was etwa doppelt so hoch wie die Marktentwicklung wäre. Ein Drittel dieses Wachstums will Meyer durch kleine und mittlere Akquisitionen erreichen. Dadurch sollen die fünf Divisionen Wasser- und Papierbehandlung, Plastik und Additive, Textileffekte, Lackeffekte sowie Pflegeprodukte gestärkt werden. Im Jahr 2005 soll die Ebitda-Marge bei 20 % liegen, was Analysten wie Simon Bown von Credit Suisse First Boston für ein schwierig zu erreichendes Ziel halten. Meyer nannte das Vorhaben ehrgeizig, aber realistisch.

Verzichten will Ciba auf Großakquisitionen sowie den Einstieg in die Massen- und Feinchemie. Meyer ist der Überzeugung, dass sich einige Wettbewerber zuletzt mit Akquisitionen überladen hätten und durchaus das Ziel haben könnten, Aktivitäten wieder abzugeben.

Unbefriedigend wird in diesem Jahr die Ertragslage in der Division Wasser- und Papierbehandlung bleiben, in der bereits im ersten Halbjahr der Profit deutlich niedriger war. Ciba machte dafür unter anderem die hohen Rohstoffkosten verantwortlich.

Ciba-Aktien reagierten auf Ergebnisse und Prognosen bis gestern Mittag an der Börse Zürich mit einem leichten Plus um 0,75 auf 104 sfr. Seit Jahresbeginn verbleibt ein Minus von 4 %. Gegenüber vergleichbaren Konzernen hat sich Ciba damit aber gut halten können.

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