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„Spiegel“: Medikamente werden teurer - Klagen gegen Leistungskürzung

Patienten müssen nach einem „Spiegel“-Bericht mit teils zweistelligen Preiserhöhungen bei Medikamenten rechnen. Die Pharmafirmen hätten die Preise von 519 Artikeln aus dem Verzeichnis verschreibungspflichtiger Arzneien zum 1. Dezember erhöht, berichtet das Magazin.

dpa BERLIN. Patienten müssen nach einem "Spiegel"-Bericht mit teils zweistelligen Preiserhöhungen bei Medikamenten rechnen. Die Pharmafirmen hätten die Preise von 519 Artikeln aus dem Verzeichnis verschreibungspflichtiger Arzneien zum 1. Dezember erhöht, berichtet das Magazin.

Die Preise einiger Mittel stiegen um einen zweistelligen Prozentsatz. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, Andreas Barner, hatte Anfang des Monats gesagt, ihm seien lediglich rund 300 Beispiele für Preiserhöhungen 2005 bekannt. Bei mehr als 30 000 Arzneimittelpackungen lasse sich daraus "keine Massenbewegung ableiten".

Mehr als ein Dutzend Ehepaare haben unterdessen ihre Krankenkassen verklagt, weil diese die Kosten für künstliche Befruchtung von rund 2 500 Euro nur noch zur Hälfte tragen. Sie sähen den Kinderwunsch von Eltern und den Schutz von Ehe und Familie missachtet, sagte der Anwalt der Kläger, Udo von Langsdorff, dem "Spiegel".

Die Barmer Ersatzkasse startet nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) im März 2005 das erste bundesweite Hausarztmodell. Patienten sollen damit den Großteil der Praxisgebühr sparen können. Barmer, Deutsche Angestellten-Krankenkasse und Techniker-Krankenkasse hatten bereits nach Inkrafttreten der Gesundheitsreform vor fast einem Jahr die Einführung von Hausarztmodellen angekündigt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat eine positive Bilanz der Reform gezogen: "Unser Gesundheitssystem bleibt bezahlbar, die Qualität der medizinischen Versorgung steigt", sagte sie der "Welt am Sonntag". Sie bekräftigte ihre Forderung an die Kassen, ihre Entlastung um annähernd zehn Mrd. Euro 2004 in stärkeren Beitragssatzsenkungen umzusetzen.

Die Gesundheitsreform gehe aber über reine Finanzregelungen hinaus. "Sie hat zukunftsweisende Änderungen im System angestoßen; Änderungen, die die Qualität der medizinischen Versorgung verbessern, die Effizienz fördern und dafür sorgen, dass das knappe Geld auch an der richtigen Stelle ausgegeben wird", sagte Schmidt.

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