"Spiegel“ und „Focus“ verbessern Auflagenzahl
Hartnäckige Börsenflaute zieht Anlegermagazine nach unten

Harte Zeiten für die Wirtschaftspresse, besonders Anlegermagazine verkaufen sich immer schlechter. Das belegen die Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) für das dritte Quartal 2001.

hps DÜSSELDORF. Demnach mussten vor allem das Gruner+Jahr-Blatt "Börse Online" und die Springer-Tochter "Euro am Sonntag" im Vergleich zum Vorjahresquartal massive Einbußen hinnehmen. Börse Online verbuchte ein Minus um 28 % auf 189 000 Exemplare. Die Auflage von "Euro am Sonntag" sank um 27 % auf 141 000. Auch beim Anlegerblatt "Focus Money" sank die Auflage um fast 9 % auf 134 000. Bei der "Wirtschaftswoche" (Verlagsgruppe Handelsblatt) mit einer Auflage von 185 000 (- 1,8 %) und bei der "Telebörse" (Verlagsgruppe Handelsblatt) mit 116 000 (- 3,9 %) hinterließ die Flaute in der Wirtschaftspresse vergleichsweise geringe Spuren. Hingegen kaufen das zweiwöchentlich erscheinende Magazin "Capital" nur noch knapp 224 000 (- 7,7 %) Leser. Ein Wechsel in der Chefredaktion soll das Gruner+Jahr-Blatt nach vorne bringen. Auch das zur Verlagsgruppe Handelsblatt gehörende monatliche Verbrauchermagazin "DMEuro" büßte um 5,7 % zum Vorjahresquartal ein. Derzeit werden 180 000 Exemplare verkauft.

Bei den großen Wochenmagazinen geht es trotz der unsicheren Lage im Printmarkt aufwärts. Spitzenreiter ist "Der Spiegel" mit 1,134 Mill. Exemplaren (7,3 %). Auch die Konkurrenten aus dem Hause Burda, "Focus" und "Bunte" legten um je 5,8 % auf 815 000 und 840 000 Exemplare zu. Der von der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr verlegte "Stern" wuchs mit einer Auflage von 1,152 Millionen hingegen nur leicht.

Der Markt für Wochenzeitungen blieb nahezu konstant. "Die Zeit" erzielte zuletzt eine Auflage von 438 000 Exemplaren. "Die Woche" kam auf 133 000. Der konservative "Rheinische Merkur" droht unter die 100 000-Grenze zu rutschen. Einen dramatischen Niedergang erlebt auch das CSU-Organ "Bayernkurier".

Die Entwicklung auf dem überregionalen Tageszeitungsmarkt sieht sehr uneinheitlich aus. Ein umfassendes Bild erlaubt die IVW-Auflagenstatistik nicht, da "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" ihre Zahlen noch nicht gemeldet haben. Vor allem im Axel Springer Verlag war die Freude groß. Der Umsatzbringer "Bild" unter seinem Chefredakteur Kai Dieckmann konnte trotz Preiserhöhung seine Auflage auf 4,518 Millionen Exemplare leicht steigern. Auch die von Claus Strunz geleitete "Bild am Sonntag" verkaufte sich mit 2,590 Millionen besser. "Die Verkaufszahlen beweisen, dass gut gemachter Boulevard-Journalismus ankommt", erklärte Christian Nienhaus, Verlagsgeschäftsführer der Zeitungsgruppe Bild. Das Springer-Flaggschiff "Welt" legte um 2,6 % auf durchschnittlich 263 000 weiter zu. Die linksliberale "Frankfurter Rundschau" blieb nahezu konstant bei 190 000. Die Auflage des "Handelsblatts" sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,8 % auf 148 000 im dritten Quartal. Einen Zuwachs verzeichnete "Financial Times Deutschland" (Gruner + Jahr) mit 25 % auf täglich 76 000 Exemplare.

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