"Spiel der Woche" vor dem Aus
Handballer durch Kirch-Insolvenz nicht gefährdet

Das durch die Insolvenz der Kirch-Gruppe drohende Aus für das Deutsche Sportfernsehen (DSF) hat keine direkten Folgen auf den deutschen Handball.

dpa LEIPZIG. "Auch wenn nicht das Kirch-Unternehmen, sondern die Sportrechteagentur SportA Vertragspartner des Deutschen Handball-Bundes ist, so könnte die Insolvenz des Unternehmens doch Auswirkungen auf die Übertragung des Handballspiels der Woche im DSF haben", erklärte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Montag. Das DSF als Zweitrechte-Verwerter überträgt einmal pro Woche ein Spiel der Männer-Bundesliga live und berichtete in den vergangenen Jahren live von den Europa- und Weltmeisterschaften der Männer und Frauen.

Die Handball-Senderechte liegen seit Juli 1999 bei den öffentlich- rechtlichen Anstalten. Der Vertrag mit deren Sportrechte und Marketing Agentur GmbH SportA, einer hundertprozentigen Tochter von ARD und ZDF, wurde bis zum 30. Juni 2003 abgeschlossen und ist mit fast acht Millionen Euro dotiert. Für die Saison 2001/2002 stehen Vertragspartner DHB Fernsehgelder in Höhe von 1,53 Millionen Euro zu. Die Männer-Bundesliga erhält davon für ihre 18 Clubs rund 70 Prozent. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Fernsehgelder nicht die Hälfte der Vereinsetats ausmachen, sondern nur rund fünf Prozent", sagte der Ligaausschussvorsitzende Heinz Jacobsen am Rande der DHB- Pokalendrunde der Männer in Hamburg.

Von dort hatte der Regionalsender NDR am Samstag die Halbfinals viereinhalb Stunden live übertragen und dabei eine Zuschauerquote von 8,5 Prozent erreicht, was zugleich 160 000 TV-Zuschauer bedeutet. «Wir können mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Für uns ist es wichtig, dass auf diesem Weg weiter gemacht wird», so Jacobsen. Dagegen brachte das EM-Finale in Schweden dem DSF durchschnittlich sogar 2,5 Millionen Zuschauer. In der Spitze verfolgten 3,72 Millionen Zuschauer das Endspiel zwischen Deutschland und Schweden (31:33 n.V.), das laut DSF-Angaben die beste Reichweite aller bisherigen Handball-Sendungen hatte. "Es wäre schade, wenn das DSF die Lichter ausmacht und nach jetzigem Stand könnte das so sein", befürchtet der Liga-Chef.

Negativ könnte sich ein Wegfall des DSF auf die geplante Zentralvermarktung von DHB, Bundesliga und Männer-Nationalmannschaft auswirken. Durch den damit verbundenen Verlust des "Spiels der Woche" müssen die Bundesligisten möglicherweise auf eine planbare TV-Präsenz verzichten, was sich direkt auf die Akquise potenzieller Werbepartner auswirken würde. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Spekulationen sicher nicht sinnvoll. Gerade unter dem Eindruck des hervorragenden Pokal-Turnieres in Hamburg bin ich der festen Überzeugung, dass Handball zu den attraktivsten Sportübertragungen im Fernsehen zählt", meinte Strombach.

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