Spiel gegen Leverkusen gilt dennoch als Stevens' persönliches Finale
In Treue zum Trainer

Hertha BSC will auch weiterhin an Stevens festhalten, obwohl seine Entlassung für Manager Hoeneß die einfachere Variante wäre.

BERLIN. Seit sieben Jahren lebt Huub Stevens in Deutschland, und noch immer lernt der Niederländer Neues hinzu. Nun wurde er mit der urdeutschen Weisheit konfrontiert, dass ein Trainer erst dann als echter Trainer gelte, wenn er mindestens einmal entlassen worden ist. Stevens lachte, als er das hörte. Er ist noch nie entlassen worden.

So, wie es im Moment aussieht, steht der Coach von Hertha BSC nach dem Aus seines Teams im Uefa-Cup durch das 0:1 bei Groclin Grodzisk kurz vor seinem zweiten, dem echten Trainerexamen. "Stevens muss weg!", forderte die "Bild"-Zeitung am Donnerstag auf ihrer Titelseite. Die Berliner Boulevardkonkurrenz von der "BZ" fragte, ob Stevens zurücktrete und Klaus Toppmöller als sein Nachfolger komme. Schließlich ist Hertha in der Bundesliga immer noch sieglos. Das Spiel am Samstag gegen Leverkusen gilt in der Öffentlichkeit als Stevens' persönliches Finale. Andeutungen in diesem Sinne aber gibt es weiterhin nicht. Im Gegenteil.

Für Dieter Hoeneß wäre es "der einfachste Weg, eine Personalentscheidung zu treffen. Dann heißt es: Jetzt hat er gehandelt. In diesem Fall ist der schwierige Weg der richtige." Herthas Manager will die Öffentlichkeit "nicht an meinen Planspielen beteiligen". Er weiß, dass die Diskussion um den Job eines Trainers schnell eine eigene Dynamik erlangt und sich am Ende nicht mehr steuern lässt. "Ich habe mit keinem anderen Trainer gesprochen", sagte Hoeneß gestern.

Aber welchen Wert besitzen solche Aussagen für den Trainer? In der Regel besteht eine umgekehrte Proportionalität zwischen der Intensität der Treuebekundung für einen Trainer und der Sicherheit seines Arbeitsplatzes. Huub Stevens aber hat bei Hertha das Gefühl, von Menschen umgeben zu sein, "die ehrlich sind und die Wahrheit sagen". So ähnlich hat er das auch bei Schalke erlebt, als das Fanvolk gegen ihn war, Manager Rudi Assauer seinen Trainer jedoch gegen alle Widerstände verteidigte. "Dieter Hoeneß sieht auch, dass das Problem nicht der Trainer ist", sagte Stevens.

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