Spiel ohne Grenzen
Anleger-Mini-Expo: Aktien ferner Länder locken

Auf der Expo in Hannover zeigt sich die Welt von ihren besten Seiten. Der Investor hat aus aller Welt spannende Aktien herausgesucht.

stw/fw DÜSSELDORF. Der Weg nach Norwegen ist ein wenig beschwerlich. Der Besucher muss sich hinter einen tosend herabstürzenden Wasserfall wagen, um ins stille Innere des Expo-Pavillons vorzudringen. Das ist wohl die skandinavische Art des Lockens.

Monaco gibt sich ein paar Meter weiter extrovertierter: Einen kleinen Yachthafen - mit Schiffen - hat das Fürstentum in den hannoverschen Sand buddeln lassen. So wählt jedes Land seinen eigenen Weg, um sich auf der Weltausstellung darzustellen - auch Labyrinthe und nachgebaute Karawansereien findet der Besucher. Nicht nur um Sympathie, sondern auch um Geldanleger wirbt die ganze Welt in Hannover - fast die ganze Welt. Die USA sind nicht dabei, und vielleicht ist dies der Grund: Sie brauchen sich um Kapitalzufluss wahrlich keine Sorgen zu machen.

Der Handelsblatt-Investor veranstaltet in dieser Woche parallel zur großen Ausstellung in Hannover eine Mini-Expo für Anleger. Dazu haben die internationalen Korrespondenten des Handelsblatts eine Reihe von Aktien zusammengetragen, die an ihren jeweiligen Börsenplätzen zurzeit besonders interessant sind.

Herausgekommen ist eine lockere Zusammenstellung für Aktienfans, die auch in fernen Ländern die spannendere Anlage in einzelnen Titeln dem risikoärmeren Investment in Fonds vorziehen. Bei dieser Aktien-Expo dürfen die USA als weltweit größtes Börsenland allerdings nicht fehlen: Die Supermacht ist mit dem Pharmakonzern Pfizer , bekannt für seine blauen Potenzpillen, vertreten.

Die Börse funktioniert immer mehr wie eine Show: Gefühle werden wichtiger als Berechnungen, die Story entscheidender als die Zahlen. Einige der präsentierten Aktien können in der Tat mit aufregenden Geschichten aufwarten. Alcatel etwa, der französische Kabelriese, der sich aus der Krise freikämpfte und heute in einem Atemzug mit amerikanischen High-Tech-Titeln wie Cisco und Lucent genannt wird. Oder die Schweizer Firma Kudelksi, die eine gute, alte Tradition im Tonband und Videogeschäft hat. Sie entging dem Schicksal, eine zweite Grundig zu werden, und rückte stattdessen ebenfalls in die "New Economy" auf - unter anderem mit Verschlüsselungstechniken für den Pay-TV-Bereich.

Eine ganz andere Story bietet der mexikanische Cemex -Konzern. Zement ist auf den ersten Blick wenig spannend, aber Cemex-Chef Lorenzo Zambrano begeistert durch eine beispiellose weltweite Eroberungsstrategie. Dabei startete er seine Conquista ausgerechnet in Spanien, dem europäischen Mutterland des modernen Mexiko.

Umgekehrt bei der argentinischen Banco Frances: Dieses Institut gehört zur spanischen BBV; es geriet im Rahmen der neuen "Eroberung" Lateinamerikas durch spanische Unternehmen - die mit heilsamen Milliardeninvestitionen verbunden war - in diese starken Hände. Banco Frances ist zugleich ein Beispiel dafür, dass in Schwellenländern manche Geschichten völlig anders verlaufen als bei uns: Während in Europa das klassische Bankgeschäft längst an seine Grenzen gestoßen ist, haben in Argentinien die meisten Arbeitnehmer noch kein Konto - das bietet reiche Wachstumsphantasie.

Der Zeitpunkt für neue Aktienkäufe ist nicht schlecht. Die Spekulationsblase des ersten Quartals ist geplatzt, die meisten Kurse und Aktienindizes haben aber wieder Fuß gefasst. Die beinahe zwanghafte Fixierung der Anleger auf wenige Branchen wie Internet und Medien ist zumindest gelockert. Eine gewisse Angst vor noch tieferen "Korrekturen", wie Börsianer herbe Verluste vornehm umschreiben, bleibt. Aber Börsengewinne sind der Lohn der Angst - wenn sie völlig schwindet, droht oft ein tiefer Absturz, wie vor allem Chartexperten immer wieder betonen.

Mehr: Im Handelsblatt Investor.

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