Spiele werden "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" gezeigt
ARD stimmt WM-Vertrag mit Kirch zu

Die Live-Übertragung von maximal 25 Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan/Südkorea im öffentlich- rechtlichen Fernsehen ist gesichert.

dpa HAMBURG. Für die WM 2006 in Deutschland haben ARD und ZDF außerdem eine Option zur Ausstrahlung von ebenfalls 25 Spielen, darunter allen der deutschen Mannschaft. Die ARD-Intendanten billigten am Donnerstag einen entsprechenden Vertrag, der am Dienstag in München mit der Kirch-Gruppe ausgehandelt worden war. ZDF-Intendant Dieter Stolte geht davon aus, dass das Turnier in Deutschland "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" von ARD und ZDF gezeigt werde.

Für die Live-Übertragung der Spiele von der WM 2002 zahlen ARD/ZDF 250 Mill. DM, einen Teil davon über ein Austauschgeschäft mit eigenen Olympia-Sportrechten. Erst 2003 wird dann mit Kirch über die TV-Rechte für das WM-Turnier in Deutschland verhandelt, für das der Münchner Medienunternehmer rund 500 Mill. DM verlangt. Sollte Kirch dann doch alle oder einen Teil der Spiele an einen anderen Sender verkaufen, dann muss er als eine Art "Strafgebühr" 100 Mill. DM an ARD/ZDF zurückzahlen. Die ARD bestätigte, dass es bei den Verhandlungen am Dienstag in München gelungen sei, diesen Betrag zu verdoppeln.

Kirch hatte die europäischen TV-Rechte für die beiden WM-Turniere für 1,7 Mill. DM gekauft. Einen Teil der Spiele will er in seinem Bezahlsender Premiere World zeigen, der Rest soll an das frei empfangbare Fernsehen abgegeben werden. Ein erster Vertragsentwurf mit der Kirch-Gruppe war im Februar von den ARD-Intendanten abgelehnt worden. Unter politischem Druck hatten die Parteien dann ihre Verhandlungen wieder aufgenommen.

Spiel des Tages

Nach Angaben von ARD-Sprecherin Gudrun Hindersin dürfen sich ARD/ZDF bei ihrem Live-Paket von der WM 2002 ein «Spiel des Tages» aussuchen. Auch die Vor- und Nachberichterstattung sei gesichert. Bei der ARD werde dies das bewährte Duo Günther Netzer und Gerhard Delling übernehmen. Ausgestrahlt werden die Begegnungen aus Asien in Deutschland um 8.30 Uhr, 11.00 Uhr und 13.00 Uhr, zeitgleich werden sie außerdem auf Großbildschirmen in den Bahnhöfen übertragen. Der mit Kirch ausgehandelte Vertrag garantiere auch die öffentlich- rechtliche Radioberichterstattung von allen WM-Spielen.

Finanziert wird das Geschäft zum Teil mit ARD/ZDF-Sportrechten für die Olympischen Spiele 2002 und 2004, von denen Kirchs Pay-TV- Sender profitieren wird. Bei den Verhandlungen für die WM 2006 ist ein weiterer Austausch mit den Sportrechten für die Olympiade 2006/2008 und die Fußball-EM 2004 geplant, die ARD und ZDF besitzen.

Nach der Schaltkonferenz der ARD-Intendanten am Donnerstag sagte der stellvertretende ARD-Vorsitzende Peter Voß, man habe "nüchtern gesehen", dass man die WM-Rechte für Deutschland noch nicht "definitiv" habe erwerben können. Die Kirch-Gruppe habe sich jedoch am Dienstag zu "flankierenden Maßnahmen" zur Absicherung der Kaufoption bereit erklärt. Dies gebe der ARD die Zuversicht, dass die Fußballfans 2006 doch in der "Ersten Reihe" sitzen werden.

Stolte: Festigkeit der ARD hat sich ausgezahlt

Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen, der aus Ägypten der Schaltkonferenz zugeschaltet war, erklärte: "Die Festigkeit der ARD hat sich ausgezahlt. Die Kirch-Gruppe hat um das entscheidende Stück nachgegeben". Von der ARD wurde außerdem betont, dass die Kosten für die WM 2002 ausschließlich aus dem für den Fußball vorgesehenen Sportrechte-Etat finanziert würden. Die Intendanten seien sich einig gewesen, dass dies nicht zu Lasten von Kultur- und Informationsprogrammen gehen dürfe.

ZDF-Intendant Dieter Stolte begrüßte die Entscheidung der ARD. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" sei nunmehr gewährleistet, dass beide WM-Turniere von ARD und ZDF übertragen würden. Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen sei das "ein entscheidender Beitrag zur Zukunftssicherung". Die Zustimmung des ZDF-Verwaltungsrats zu dem WM-Vertrag Ende des Monats gilt als Formsache.

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