Spieler wollen auch weiter für ihre Landsleute siegen
Iraks Fußballer träumen den Medaillen-Traum

Die Kicker des von Krieg und Unruhen gebeutelten Irak spielen in Athen wie aufgedreht und sorgen in der Heimat für Freudenfeste und derzeit so seltene Glücksmomente. Da hält es auch Ex-Trainer Bernd Stange nicht mehr auf dem heimischen Sofa.

HB ATHEN. Schon nach dem Führungstor von Hawar Mohammed beim 2:0-Sieg gegen Costa Rica stürmten euphorisierte Fans das Spielfeld im Karaiskaki-Stadion von Piräus und sorgten für ein kleines Chaos. Aus der Heimat wurden nach dem Schlusspfiff und dem vorzeitigen Viertelfinal-Einzug ebenfalls Freudenausbrüche gemeldet. Und beim nächsten Spiel wird auch der Ex-Trainer Bernd Stange nicht mehr daheim in Jena vor dem Fernsehen, sondern im Stadion von Patras sitzen: "Ich fliege morgen nach Athen und werde mir die Partie gegen Marokko anschauen", sagte Stange am Montag.

Bei seiner Stippvisite in Griechenland hofft der Thüringer, dessen noch unter dem gestürzten Staatschef Saddam Hussein angetretenes Engagement im Irak auf viel Kritik gestoßen war, mit seinen früheren Spielern in Kontakt treten zu können. Allerdings ist das nicht sicher: "Ich bin gelöst vom Irak. Mein Vertrag ist zu Ende."

Im kleinen Olympia-Team des Irak, das seit Jahrzehnten keinen Medaillengewinner mehr stellte, wachsen derweil goldene Träume. "Im Sport ist alles möglich", sagte Ahmed Al-Samarrai, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Auch Trainer Adnan Hamad traut seiner Mannschaft auf der Woge der Begeisterung weitere Siege zu. "Ich glaube, wir haben ein Team, dass noch weitere Erfolge feiern wird."

Die Spieler wollen auch weiter für ihre Landsleute siegen. "Unser Erfolg ist so wichtig für die Menschen und für unser Land, weil es so viele Sorgen und Schwierigkeiten gibt", meinte Torschütze Mohammed. Stange sieht das als Kenner der Lebensverhältnisse im Irak anders. Für ihn wird der Egoismus am Ende wichtiger sein: "Ich denke, dass die irakischen Spieler die Bühne Olympia nutzen werden, um sich vom Acker zu machen."

Nach seinen Informationen werden einige Akteure bereits von Vereinen im Ausland umworben. "Die ersten Spieler haben schon Verträge in der Tasche." So sollen Salih Sadir, der beim 4:2-Sieg im ersten Vorrundenspiel gegen Portugal getroffen hatte, und Ahmed Salah künftig in Ägypten für Zamalek Kairo spielen.

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