Spielerverpflichtungen sollen vorgezogen werden
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Freiburg ist nach dem 0:6 gegen Bremen Tabellenletzter - Trainer Finke steht dennoch nicht zur Disposition.

FREIBURG. Die Auszeit, die Volker Finke herbeisehnt, gibt es in der Sportart nicht, die er seit vierzehneinhalb Jahren in Freiburg lehrt. Deshalb wird der Freiburger Fußball-Trainer am nächsten Samstag mit einer "absolut verunsicherten Truppe" (Finke) in Gelsenkirchen zum Spiel gegen Schalke 04 auftauchen. Diese Truppe hatte am vergangenen Samstag 0:6 gegen Werder Bremen verloren. Sie wurde vorgeführt, die Truppe, sie fiel auseinander, sie schlug am Tabellenende auf. Ein kleiner Teil der Fans rief: "Finke raus!" Die Masse aber brüllte: "Ohne Finke wärt ihr gar nicht hier." Bemerkenswert inbrünstig war der SC angefeuert worden, ehe der Doppelschlag von Miroslav Klose (20./24.) die Fans erst mal verstummen ließ. Den erstaunlichsten Beitrag zum Freiburger Lagerkampf auf den Rängen leistete ausgerechnet der Gast aus Bremen, dessen Fans sich aus ihrer Ecke belustigt zu Wort meldeten: "Außer Finke könnt ihr alle geh?n."

Vermutlich müssen sie alle gehen, mit dem Trainer: in die Zweite Liga nämlich. Denn am Samstag war eine Elf auf dem Platz, die abgesehen von den Langzeitverletzten das Beste darstellt, was der Sport-Club derzeit anzubieten hat. Umso alarmierender, dass dieser Formation die Kontrolle über sich und ihr Spiel entglitt. "Jede Bremer Chance war ein Tor", sagt der zerknirschte SC-Kapitän Richard Golz. Mittelfeldspieler Sascha Riether kam sich vor "wie in einem schlechten Traum". Ein seit Wochen wiederkehrender Wachtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

Aber auch in dieser Krise ist der Verein nicht bereit, seinen Trainer und das Konzept zur Disposition zu stellen. Nicht einmal in einem Nebensatz, erklärte der SC-Vorsitzende Achim Stocker, sei in der Führungsriege das Trainerthema angeschnitten worden. "Es wird keinen blinden Aktionismus geben." Allerdings wird nun fieberhaft versucht, Spieler, deren Verpflichtung für die neue Saison vorgesehen war, noch in dieser Saison zu bekommen. Über die Grenzen seiner Möglichkeiten wird der SC Freiburg dabei auch diesmal nicht gehen. Finke betont: "Wenn die Not am größten ist, macht man die größten Fehler. Wir werden keine Schulden machen, um den Klassenerhalt einzukaufen."

Aber dass etwas passieren muss, macht er klar. "Es geht um einige Positionen, auf den wir derzeit nicht bundesligatauglich sind."

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