Spielgerät-Marktstart verschoben
Nokias „N-Gage“ kommt nicht aus den Startlöchern

Nokia, der weltweit größte Handyhersteller, hat die mit großem Rummel für Mittwoch angekündigte Marktvorstellung seines neuen tragbaren Spielgerätes "N-Gage" verschoben. Damit ist vorerst jegliche Spekulation entkräftet, das Unternehmen könne mit dem Gerät, das ein Mobiltelefon mit einer Spielkonsole kombiniert, Nintendo als Marktführer den Rang ablaufen.

Reuters LONDON. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch sagten Nokia-Vertreter, die Auslieferung solle nunmehr Ende des dritten oder zu Beginn des vierten Quartals beginnen und damit rund ein halbes Jahr später als geplant. Ein Preis sei noch nicht festgelegt, hieß es. Darüber hinaus gab das Unternehmen keine weiteren Details zu der Entscheidung bekannt.

Derzeit beschäftigen sich den Angaben zufolge fünf Unternehmen mit der Spieleentwicklung für das Gerät, darunter Eidos, die Entwickler des Kassenschlagers "Tomb Raider". Sie seien damit beauftragt insgesamt zehn Spiele zu entwickeln. Diese geringe Anzahl sehen Analysten als enormen Marktnachteil gegenüber Nintendo, für deren Gameboy Advance mehr als 300 Spiele verfügbar seien.

"Es sieht so aus, als hätten sie (Nokia) ihre Hausaufgaben nicht gemacht", sagte Ben Keen von der Marktforschungsfirma ScreenDigest. "Man muss die Software-Seite dieses Geschäfts verstehen. Es macht keinen Sinn, ein Spielgerät auf den Markt zu werfen und zu hoffen, dass die Leute es schon kaufen werden." Das machten sie nur dann, wenn es für das Gerät auch genügend Spiele gebe. Vor einigen Tagen hatte Keen gesagt, Nokia müsse viel investieren, um die eigenen Spiele mit den Gameboy-Spielen von Nintendo kompatibel zu machen.

Nach Schätzungen von Screen-Digest wird sich der Umsatz mit mobilen Spielgeräten allein in Europa bis 2006 auf 2,2 Milliarden Euro mehr als vervierfachen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens NPD Funworld wuchs der Umsatz in diesem Bereich allein in Nordamerika von Januar bis November 2002 um 27 Prozent auf rund vier Milliarden Dollar. Bis Ende September 2002 hatte Nintendo weltweit rund 24 Millionen seines Gameboy Advance ausgeliefert und seit der Markteinführung des Produktes im März 2001 rund 71 Millionen. Das N-Gage wird optisch dem Nintendo Gameboy Advance ähneln.

Der US-Softwarekonzern Microsoft und die japanische Sony die jeweils die Xbox und die PlayStation Spielkonsole vertreiben, haben noch keine Pläne für eine Markteinführung von mobilen Geräten bekannt gegeben.

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