Spielraum für Investitionen
Karstadt-Quelle will von Krediten unabhängig werden

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle braucht nach Aussage von Finanzvorstand Norbert Nelles in zwei Jahren keine klassischen Bankkredite mehr.

Reuters FRANKFURT. "Der Konzern wird sich dann fast nur noch über den Kapitalmarkt finanzieren und von traditionellen Bankfinanzierungen weitgehend unabhängig sein", sagte Nelles der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe).

Bereits in diesem Jahr könne das Unternehmen 200 % seines Finanzierungsbedarfes am Kapitalmarkt decken, sagte Nelles den Angaben der Zeitung zufolge weiter. Der Konzern habe kurzfristige Schuldverschreibungen (Commercial-Paper-Programm) über zwei Mrd. Euro aufgelegt. Zusätzlich erhalte Karstadt-Quelle über mit Vermögenswerten unterlegte Sicherheiten (Asset Backed Securities) Zugang zu weiteren 1,2 Mrd. Euro. Schließlich wolle sich Nelles mit Pfandbriefen bis zu 3,6 Mrd. Euro von institutionellen und privaten Investoren holen. Von der Gesamtsumme von 6,8 Mrd. Euro benötigt Nelles der Zeitung zufolge im laufenden Jahr lediglich 1,2 Mrd. Euro, um fällige Bankverbindlichkeiten umzuschulden.

"Doch es gibt auch Spielraum für Investitionen. Der Kapitalmarkt bietet uns Liquidität. Wir gehen den Weg nicht, weil wir einen so hohen Finanzierungsbedarf haben", sagte Nelles. Um das Pfandbriefprivileg zu bekommen, habe der Konzern Ende 2001 eine kleine Hypothekenbank gegründet, die das Immobilienvermögen der Gesellschaft von 7,5 Mrd. Euro beleihen und Pfandbriefe an institutionelle und private Investoren ausgeben soll, sagte Nelles der Zeitung zufolge.

Um die Kosten auf eine breite Basis umzulegen, wolle Nelles die Dienste seiner Bank auch Dritten anbieten, wie Vermietern, die dem Konzern Gebäude zur Verfügung stellten. Mittelfristig sei zudem vorstellbar, den 16 Mill. Kunden von Karstadt-Quelle Baufinanzierungen zu verkaufen. Auch in das Geschäft mit Immobilienfonds wolle der Konzern einsteigen, hieß es.

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