Spielwaren-Aktie hat noch Potenzial: Zapf lässt die Puppen tanzen

Spielwaren-Aktie hat noch Potenzial
Zapf lässt die Puppen tanzen

Für Deutschlands größten Puppenhersteller sieht es gut aus: Vergangenes Jahr kletterten die Einnahmen in Nordamerika um mehr als die Hälfte. Auch die Zapf-Aktie könnte davon profitieren.

MÜNCHEN. Am Montag Abend ließ die Zapf Creation AG in New York die Puppen tanzen: Zur dritten "Dolling-Party" hatte Deutschlands größter Puppenhersteller die Eislaufbahn vor dem Rockefeller Center ganz in die Firmenfarbe pink getaucht. Nebenan im berühmten Rock Center Café bewirtete der Vorstand seine wichtigsten US-Kunden.

Das aufwändige Spektakel in Manhattan hat seinen Grund: Derzeit läuft die amerikanische Spielwarenmesse in New York. Nur wenn Zapf die Einkäufer der großen US-Handelsketten von seinen Puppen und Accessoires überzeugen kann, lässt sich das starke Wachstum in Amerika fortsetzen. Und nicht nur das: Vom Geschäft im größten Spielwaren-Markt der Welt hängt langfristig das Expansionstempo der Franken ab.

Bislang sieht es gut aus: Vergangenes Jahr kletterten die Einnahmen in Nordamerika um mehr als die Hälfte - jeder fünfte Euro, den das Unternehmen einnimmt, stammt inzwischen aus den USA und Kanada. Die Puppen von Zapf sind mittlerweile bei allen größeren US-Handelsketten zu bekommen. Jetzt versucht Zapf, den Marktanteil im Heimatmarkt der Barbie-Puppen von derzeit sechs auf zehn Prozent in die Höhe zu drücken.

In Deutschland ist der Mittelständler in seinem Bereich - bei Spiel- und Funktionspuppen - unangefochtener Marktführer. Kaum ein kleines Mädchen, das nicht mit "Baby Born", "Baby Annabell" oder "Chou Chou" spielt. In den nächsten Jahren will das im M-Dax notierte Unternehmen auch weltweit Nummer eins werden.

Für die Anteilseigner ist das eine verlockende Perspektive, denn die Aktie könnte davon kräftig profitieren. Seit Monaten empfehlen zahlreiche Analysten das Papier zum Kauf. Die Argumente: In den wichtigen Märkten Deutschland und Großbritannien könne Zapf trotz hoher Marktanteile weiter wachsen und damit Umsatz und Ergebnis steigern. Außerdem sei die Aktie mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht im Jahr 2003 günstig bewertet. Die großen amerikanischen Spielwarenkonzerne wie Barbie-Produzent Mattel (17) und Hasbro (14) liegen weit darüber.

Der Börse sind die Vorzüge von Zapf indes nicht verborgen geblieben: Nach einem Kurseinbruch im Herbst hat sich die Spielzeug-Aktie jüngst wieder deutlich erholt. Binnen Jahresfrist hat das Papier damit um rund 20 % zugelegt. Der Nebenwerte-Index M-Dax hat dagegen im selben Zeitraum mehr als 30 % an Wert verloren.

Analysten sehen trotzdem weiteres Potenzial, denn die Geschäfte laufen ausgesprochen gut. Die weltweit wichtigste Spielwarenmesse in Nürnberg Anfang des Monats war offenbar ein voller Erfolg: "Wir sind sehr zufrieden", betont eine Sprecherin. Die Reaktionen auf die neuen Produkte seien äußerst positiv gewesen.

Mit Prognosen für das laufende Jahr hält sich Zapf dennoch zurück. Erst Mitte März will Vorstandschef Thomas Eichhorn seine Planungen vorlegen. Doch jetzt schon zeigt sich: Der Spielwaren-Markt ist trotz weltweiter Wirtschaftskrise vergleichsweise stabil. Und durch eine starke internationale Ausrichtung ist Zapf vom stagnierenden deutschen Markt weniger abhängig als viele einheimische Wettbewerber. Zweistellige Wachstumsraten sind deshalb auch für 2003 zu erwarten.

Die jüngsten Zahlen sprechen für sich: Vergangenes Jahr kletterte der Umsatz um 15 % auf 222,7 Mill. Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 24 % auf 32,7 Mill. Euro. Für die Aktionäre besonders erfreulich: Die Dividende wird um mehr als die Hälfte auf einen Euro erhöht.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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