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Spielwiese für Investmentmanager

Was für eine Vorstellung: Mein Chef hält mir meinen Arbeitsplatz frei und lässt mich ein Startup gründen, damit ich auch mal sehen kann, wie das Leben als Unternehmer so ist...

Und wenn ich dabei ein bisschen Geld verbrenne, ist das auch nicht so schlimm, denn mein Arbeitgeber zahlt gern. Sie glauben, ich erzähle Ihnen hier ein Weihnachtsmärchen? Keineswegs.

Die Investmentbank Merrill Lynch hat für ihre Mitarbeiter einen so genannten internen Wagniskapitalfonds aufgelegt. Das heißt: Die Bank stellt ihren 70 000 Mitarbeitern insgesamt eine Milliarde Dollar zur Verfügung, damit sie Unternehmen gründen und sich bei Erfolg dann überlegen können, ob sie längerfristig Unternehmer oder lieber wieder Investmentbanker sein wollen.

Doch die milliardenschwere Spielwiese dient bei näherem Hinsehen dann doch nicht allein der Personal-, sondern vielmehr der Unternehmensentwicklung. Denn: Durch den Startup-Boom haben die Investmentbanken nicht nur eine ganze Menge Mitarbeiter verloren, sondern auch entdeckt, dass mit der Finanzierung von ganz jungen Unternehmen - weit vor dem Börsengang - viel Geld zu verdienen ist. Wagniskapital also, heißt das neue Geschäftsfeld für Merrill Lynch. Und damit hier gar keine falschen Vorstellungen aufkommen: Die Mehrheit an diesen Startups hält natürlich die Investmentbank selbst - und nicht der vermeintliche Unternehmer.

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