Spillane Sprint-Weltmeister
Ackermann verpasst zweites Gold

Als Ronny Ackermann nach einem taktischen Lauf an seinem Dauerrivalen Felix Gottwald vorbei zu Silber sprintete, lag der Sensations-Weltmeister bereits jubelnd im Schnee: Johnny Spillane hatte den beiden Top-Favoriten in einem dramatischen Sprint-Rennen der Nordischen Kombinierer Gold vor der Nase weggeschnappt und am Freitag mit dem ersten Titelgewinn eines Amerikaners für die größte Überraschung bei den Weltmeisterschaften in Val di Fiemme gesorgt.

HB/dpa VAL DI FIEMME. "Mit diesem Anhängsel hatten wir nicht gerechnet", gestand Bundestrainer Hermann Weinbuch, der dennoch ein positives WM-Fazit zog: "Ich bin mit Stolz erfüllt auf meine Mannschaft. Die Erwartungen sind sogar noch übertroffen worden. Besser kann man nicht auftreten."

Auch Einzel-Weltmeister Ackermann trauerte dem entgangenen zweiten Titel nur kurz nach. "Ich bin sehr stolz, dass ich in allen drei Wettbewerben eine Medaille geholt habe", sagte der mit einmal Gold und zwei Mal Silber erfolgreichste deutsche WM-Teilnehmer. Auf der 7,5 km langen Strecke hatte sich der Oberhofer mit dem Österreicher Gottwald taktische Geplänkel geliefert, von denen Spillane am Ende profitierte. Der Amerikaner löste sich eingangs der Zielgeraden aus dem Windschatten der Favoriten und spurtete zu einem ungefährdeten Sieg. "Er ist clever gelaufen und hatte im Finish die meiste Energie und einen super Ski. Er hat es verdient", meinte Ackermann.

Für Georg Hettich, der nach dem weitesten Sprung auf 128,5 m als Erster in die Loipe gegangen war, blieb am Ende wie schon im Einzel- Wettbewerb der undankbare 4. Platz. "Ich bin enttäuscht und unglücklich. Ich habe nichts falsch gemacht, denn ich war in dieser Gruppe der schwächste Läufer", meinte der 24-Jährige aus Schonach- Rohrhardsberg. Weinbuch fühlte mit seinem Schützling: "Ich hätte dem Georg die Medaille gegönnt. Das ist ärgerlich."

Gleiches galt auch für den Ausgang des Rennens. Denn Ackermann, der als Zweiter im Springen (127 m) mit einem Rückstand von neun Sekunden auf Hettich gestartet war, musste in der nach fünf km zum Quartett angewachsenen Spitzengruppe die meiste Führungsarbeit leisten. "Dabei habe ich viel Kraft gelassen", berichtete der Weltcup-Spitzenreiter, der sich nach dem harten Rennen auf sein Bett freute. Auch Weinbuch haderte mit dem Ergebnis. "Spillane hat eigentlich nur gewonnen, weil so viel taktiert worden ist. Ronny und Felix haben so oft gestoppt, da konnte er immer wieder herankommen", sagte der Bundestrainer.

Die drei übrigen deutschen Starter konnten nicht in die Entscheidung eingreifen. Matthias Menz (Steinbach-Hallenberg), der nach dem Springen Dritter war, wurde am Ende mit 52,9 Sekunden Rückstand auf Spillane Elfter. Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) erreichte Rang 17 mit 1:23,5 Minuten Rückstand. Titelverteidiger Marco Baacke (Ruhla) kam - 1:43,9 nach dem Sieger - als 23. ins Ziel.

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