Spiridon Louis war der erste echte Superstar der Olympsichen Spiel der Neuzeit
Schwieriger Weg aus dem Dornröschenschlaf

Bis Pierre de Coubertins Vison von den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit wahr wurden, war viel Arbeit nötig. Und ohne Geld ging auch bei der Neuauflage 1503 Jahre nach den letzten antiken Spielen nichts.

HB DÜSSELDORF. Den Kopf in die Hände gestützt sitzt Spiridon Louis in seiner Kutsche, immer wieder denkt der Mann, der als armer Hirte sein Dasein fristete, an die folgenden Tage. Laufen würde er müssen, laufen bis zum Umfallen.

So oder so ähnlich könnte es am 9. April 1896 gewesen sein. Vielleicht war er auch Schäfer, Wasserträger, Postbote, Lauf- oder Pferdebursche des Obersten Papadiamantopoulos, der den ersten Marathonlauf der Sportgeschichte organisierte. Genau weiß es niemand mehr, fast jeder Olympia-Chronist hat seine eigene Version, wie in vielen anderen Einzelheiten der frühen Olympischen Spiele auch. Sicher jedoch ist, dass sich das Leben des jungen Mannes wenige Tage später schlagartig ändern sollte.

Das Rennen - 2385 Jahre und 203 Tage nach der Schlacht bei Marathon und dem tödlich endenden Lauf des soldatischen Siegesherolds nach Athen - bildete den Mittelpunkt der zehn Tage, die der Welt des Sports den Weg in eine bislang 108-jährige Erfolgsstory wiesen - mit einigen Irrwegen, natürlich: Die I. Olympischen Spiele moderner Zeitrechnung vom 6. bis 15. April 1896 in Athen. Als Griechenlands König Georg I. am Ostermontag vor 77 000 Zuschauern die Spiele eröffnete, hatte sich die Vision von Pierre de Coubertin (1863-1937) erfüllt. Sogar vier Jahre früher, als er wollte. Der französische Pädagoge und Humanist hatte seine Idee von der Wiederbelebung der antiken Olympischen Spiele erstmals 1892 an der Pariser Sorbonne vorgetragen. Zwei Jahre später gründete er dort bei einem internationalen Kongress für Leibesübungen am 23. Juni 1894 das Internationale Olympische Komitee (IOC).

Erster Präsident aber wurde der Grieche Demetrius Bikelas, der bei den 16 Gründungsmitgliedern - darunter der deutsche Willibald Karl August Gebhardt - durchsetzte, dass nur Griechenland für die Wiedergeburt der Spiele in Frage kam. Coubertin hatte den Olympia-Start für 1900 in Paris geplant. Das erste olympische Fest wäre beinahe an innenpolitischen Auseinandersetzungen in Griechenland gescheitert. Erst als Kronprinz Konstantin das Präsidium des Organisationskomitees übernahm, waren die Spiele gesichert - 1503 Jahre, nachdem Kaiser Theodosius die antiken Spiele im Jahre 393 n. Chr. verboten hatte, weil sie zu einem kommerziellen Spektakel für Berufssportler geworden waren und er in ihnen einen heidnischen Kult sah.

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