Spitze im Ocean Race
„illbrucks“ letzter Notruf für America's Cup

Als die "illbruck" im Ocean Race am Äquator an die Spitze des Feldes segelte, funkte Projektmanager Glen Bourke an Land ein letztes SOS in Sachen America's Cup.

dpa Hamburg (dpa) - "Wir hoffen einfach, dass uns doch noch jemand eine Rettungsleine für ein Projekt zuwirft, dass zu 80 Prozent steht", sagte der Australier trotz der offiziellen Aufgabe durch seinen Chef Michael Illbruck aus München.

Unbeeindruckt von der Hiobsbotschaft der vergangenen Woche eilt Skipper John Kostecki mit seiner Crew im Segelmarathon über die Weltmeere von einem Erfolg zum anderen. Mit einem Vorsprung von vier und fünf Seemeilen vor den Konkurrentinnen "Tyco" (Bermudas) und "Assa Abloy" (Schweden) überquerte das deutsche Hightech-Schiff die imaginäre Linie am Sonntag zwischen Nord- und Südhalbkugel.

In der Bremer Werft stehen die Räder nach dem Aus für das erste deutsche America's-Cup-Projekt dagegen schon still. Noch vor der selbst gesetzten Frist zum 1. April hatte Syndikatsboss Illbruck das 18 Millionen Euro teure Unternehmen aus finanziellen Gründen beendet. Sollte die erhoffte Hilfe der deutschen Wirtschaft endgültig ausbleiben, wären nicht nur millionenschwere Investitionen in Design und Bau der Yacht sowie der Aufbau des Teams für den America's Cup vergebens. Auch rund 600 000 Euro an bereits gezahlten Meldegeldern für die Teilnahme an der bekanntesten und ältesten Regatta der Welt sind dann verloren.

Scheinbar unbelastet setzt die illbruck-Crew auf dem Wasser den Maßstab. Die mit Segel-Legionären besetzte Renn-Yacht führt das Feld der acht Volvo-Ocean-Race-Yachten auf der fünften Etappe über 4 450 Seemeilen von Rio de Janeiro nach Miami (USA) nach dem Startunfall erstmals an. Bei tropischen Temperaturen und leichten Winden ist an der Spitze der Flotte ein Dreikampf zwischen der "illbruck", "Tyco" und "Assa Abloy" entbrannt. Die schnellsten Yachten werden am 26. März in Miami erwartet. Dort könnte die "illbruck" nach bislang drei von vier möglichen Etappensiegen den vierten Erfolg verbuchen, der Konkurrenz in der Gesamtwertung weiter davonsegeln und am 9. Juni im Zielhafen in Kiel als stolzer Sieger einlaufen.

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