Spitzenmanager verdienen 2001 vier Prozent mehr
Verdienste in der Industrie gehen leicht zurück

Die Arbeitnehmer in der Industrie in Deutschland haben von Juli 2000 bis Juli 2001 real weniger verdient. Zwar stieg der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst in diesem Zeitraum um zwei Prozent auf 5385 DM (2753 Euro), allerdings erhöhte sich gleichzeitig der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte um 2,6 %.

dpa WIESBADEN. Der reale monatliche Bruttoverdienst lag damit um 0,6 % niedriger als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt (DESTATIS) am Freitag in Wiesbaden mit.

Die Statistiker verglichen die Löhne und Gehälter aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer. Dabei verlief die Verdienstentwicklung bei Angestellten und Arbeitern unterschiedlich. Während die Angestellten mit einer Gehaltssteigerung von 2,7 % ihren realen Verdienst sichern konnten, mussten die Arbeiter mit einer Lohnsteigerung von 1,3 % einen Rückgang hinnehmen. Nach Angaben des Bundesamtes war dies unter anderem durch den Abbau von Überstunden (minus 7,7 %) und den Rückgang der Wochenarbeitszeit (minus 0,3 %) bei den Arbeitern bedingt.

Frauen verdienten mit durchschnittlich 4403 DM im Monat nach wie vor deutlich weniger als Männer mit 5609 DM. Allerdings stiegen die Löhne und Gehälter bei den Frauen mit 2,5 % stärker als die der Männer mit 2,0 %.

Die Gehälter deutscher Führungskräfte sind in diesem Jahr nach einer Studie der Beratungsfirma Hewitt im Schnitt um vier Prozent gestiegen. Im mittleren Management wuchsen sie um 3,5 %, teilte das Unternehmen am Freitag in Wiesbaden mit. Das seien 1,0 bis 1,5 Punkte weniger als im Vorjahr gewesen. Erstmals seit fünf Jahren hätten die Erhöhungen die Erwartungen nicht erfüllt; je größer die Betriebe, desto geringer seien die Zuwächse gewesen. An der Studie beteiligten sich 78 Unternehmen aus 18 Branchen.

Nach einer unlängst veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Kienbaum sind die Bezüge der Firmenchefs seit 1960 um durchschnittlich 550 % auf 670 000 DM (342 000 Euro) gestiegen.

Nach Gewerkschaftsangaben stiegen die Gehälter der Arbeitnehmer seit 1960 von durchschnittlich 7100 auf 61 500 DM. In vergangenen Jahren hat aber ein Teil der Arbeitnehmer laut DGB unter dem Strich Einkommenseinbußen erlitten.

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