Spitzenreiter an der Börse
Fresenius will Wachstumstempo halten

Der weltweit operierende Gesundheits- und Dialysekonzern Fresenius will vor allem in Asien die notwendigen Impulse für mehr Wachstum und Gewinn holen. Auf den westlichen Gesundheitsmärkten sei dagegen massiver Druck auf Kosten und Investitionen zu spüren.

HB/dpa BAD HOMBURG. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet der Vorstandsvorsitzende der Bad Homburger Fresenius AG, Gerd Krick, ein Umsatzwachstum in der Gegend von acht Prozent. Damit hielt er am Dienstag bei Vorlage der Neun-Monats-Ergebnisse seine Ziele aufrecht.

Weil die mit Abstand größte Tochter - die Fresenius Medical Care (FMC) in den USA - in Dollar bilanziert, dürfte wegen der Schwäche der US-Währung zum Euro in der Zentrale am Vordertaunus aber allenfalls drei Prozent dieses Wachstums ankommen. Dieses Bild kennzeichnete bereits den Trend in den ersten drei Quartalen. Der Konzernumsatz stieg um drei Prozent auf 5,55 Milliarden Euro. Ohne die veränderten Wechselkurse wäre ein Plus von acht Prozent herausgekommen.

Der Gewinn soll 2002 und 2003 sogar noch stärker zulegen. Dies ist für das laufende Jahr allerdings nur mit dem Wechsel auf die US- Bilanzierungsregeln GAAP möglich. Der damit verbundene Wegfall von Firmenwertabschreibungen bei der FMC ließ den Jahresüberschuss in den ersten neun Monaten um 31 Prozent auf 85 Millionen Euro steigen. Ohne den FMC-Abschreibungseffekt wäre dagegen der Reingewinn um 20 Prozent geschrumpft.

An der Börse wurde die FMC-Aktie am Dienstag gegen den negativen Dax-Trend rund fünf Prozent höher bewertet. Bei einem Kurs von 31 Euro ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Aktie im April noch mit 70 Euro gehandelt wurde. Die gute Tagesform wurde bei den Anlegern mit mehren Gründen untermauert. Trotz schwieriger Bedingungen in Lateinamerika müssen in Brasilien keine Abschreibungen vorgenommen werden. Das einstige Problemland Mexiko laufe sogar sehr gut. Schließlich konnte in den USA die teure Umstellung auf neue Dialysatoren abgeschlossen werden. Die Behandlung bei chronischem Nierenversagen mit Einweg-Dialysatoren bringe bessere Ergebnisse.

Für Konzernchef Krick ist nun die "Zeit zum Ernten" gekommen. Die größten Investitionen des Konzerns mit knapp 62 000 Beschäftigten seien gemacht und man brauche keine Zukäufe mehr. Den entscheidenden Faktor für die starke Marktstellung sieht der Vorstand im weltweiten Produktionsnetz. Alleine in China und Japan ist Fresenius mit jeweils zwei Standorten präsent. "Bei der heutigen Kostenstruktur kann das niemand mehr aufbauen, diese Zeiten sind vorbei."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%