Spitzentreffen ohne Ergebnis
LTU-Zukunft weiter unklar

Das Schicksal des Ferienfliegers LTU ist weiter ungewiss: Im Tauziehen um den Fortbestand der angeschlagenen Fluggesellschaft wurden bei einem Krisengipfel am Freitag in Düsseldorf lediglich weitere Gespräche vereinbart.

afp DÜSSELDORF. Nach Angaben der Landesregierung bestand bei der Unterredung von Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) mit Banken und beteiligten Unternehmen Einigkeit, dass alles getan werden müsse, "um das Unternehmen langfristig zu sichern". Überschattet wurde das Gespräch vom Streit der Konzernführung mit ihren Piloten über deren Beitrag zur Rettung der Airline. Das Cockpit-Personal stellte zwar den Verzicht auf zehn Prozent seiner Bezüge in Aussicht; laut LTU erklärte es sich aber im Gegensatz zum Boden- und Kabinenpersonal nicht bereit, auf die Mitarbeiterbeteiligung zu verzichten.

Beim Krisengipfel in der Westdeutschen Landesbank (WestLB) einigten sich die Teilnehmer nach Angaben von NRW-Regierungssprecherin Miriam Meckel, "die Gespräche mit Hochdruck fortzuführen, um eine dauerhafte Stabilisierung der LTU zu erreichen". An dem Gespräch nahmen für die Landesregierung neben Clement der NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold und Landesfinanzminister Peter Steinbrück (alle SPD) teil; außerdem vertreten waren die LTU-Geschäftsführung sowie Vorstände der WestLB, der Stadtsparkasse Düsseldorf sowie des LTU-Anteilseigners Rewe. Als Voraussetzung für eine vom Land in Aussicht gestellte Millionenbürgschaft hatte Clement im Vorfeld die Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzeptes bezeichnet.

Kurz vor dem Krisengespräch hatte sich nach dem LTU-Bodenpersonal auch das Kabinenpersonal zu Einschnitten beim Gehalt bereit erklärt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di verzichten die rund tausend Kabinen-Mitarbeiter der Düsseldorfer Fluggesellschaft wie zuvor bereits ihre Kollegen am Boden unter anderem auf die Hälfte des 13. Gehalt bis 2003. Der Gewerkschaft zufolge bringen damit die rund 2000 Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals zusammen ein sofort wirksames Einsparpotenzial von rund 28 Millionen Mark (14,3 Millionen Euro) auf.

Keine Eingung erzielte die LTU dagegen zunächst mit der Pilotenvereinigung Cockpit. Deren Forderungen seien "in der aktuellen Sanierungssituation unverständlich und für keinen Investor akzeptabel", kritisierte die Airline. So sei der Gehaltsverzicht von zehn Prozent "nur befristet" bis Ende 2004 angeboten worden. Cockpit-Sprecher Georg von Fongern betonte dagegen, die von den Piloten angebotenen Einschnitte machten mehr als 40 Prozent des von der Gesamtbelegschaft geforderten Sanierungsbeitrags aus. Es sei "fast unsittlich", von ihnen noch weitergehende Einbußen zu verlagen.

Die LTU will durch den Gehaltsverzicht ihrer Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren jährlich 50 Millionen Mark sparen. Bei den Sachkosten will der Ferienflieger bis 2004 zudem weitere 200 Millionen Mark freisetzen. Er ist vor allem durch die Pleite der Swissair in die Krise geraten. Die Schweizer Airline ist mit 49,9 Prozent Hauptanteilseignerin an LTU und kann eigentlich zugesagte Zahlungen an den Ferienflieger nicht mehr leisten.

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