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Spitzer verklagt US-Versicherungsmakler-Firma Marsh & Mclennan

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hat am Donnerstag im obersten Gericht des Bundesstaates New York Zivilklage gegen die größte US-Versicherungsmakler-Firma Marsh & Mclennan und ihre Tochterfirma Marsh Inc. erhoben. Dies teilte Spitzer am Donnerstagabend mit.

dpa-afx NEW YORK. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hat am Donnerstag im obersten Gericht des Bundesstaates New York Zivilklage gegen die größte US-Versicherungsmakler-Firma Marsh & Mclennan und ihre Tochterfirma Marsh Inc. erhoben. Dies teilte Spitzer am Donnerstagabend mit. Zwei Versicherungsmanager hätten sich im Hinblick auf strafrechtliche Vorwürfe schuldig bekannt.

Es geht in der Klage um angebliche jahrelange Zahlungen oder so genannte "Contingent-Kommissionen" von Versicherungen an Marsh, die über den normalen Verkaufskommissionen gelegen hätten. Im Gegenzug sollen Marsh und seine unabhängigen Makler Geschäfte an die Versicherungen gesteuert und ihnen zugeteilt haben.

Münchener-Rück-Tochter Nicht Angeklagt

Die zur amerikanischen Münchener-Rück-Tochter American Re gehörende Munich American Riskpartners sowie die Versicherungen ACE Ltd. , American International Group Inc. (AIG) und The Hartford Financial Services Group Inc. wurden in der Klageschrift erwähnt. Sie sind aber nicht angeklagt worden. Weitere Versicherungen würden noch untersucht.

Munich-American Riskpartners sei kein Beklagter, betonte die American Re in einer Pressemitteilung am Donnerstagabend. Man habe bei der Untersuchung mit dem Büro des Generalstaatsanwalts kooperiert und werde dies weiterhin tun. Eine ähnliche Stellungnahme gab es von der in Hamilton (Bermuda) ansässigen Versicherungsgesellschaft ACE Limited. ACE sei in der Klage nicht als Beklagter genannt. Das Unternehmen kooperiere in dieser Sache.

Klagevorwürfe Gegen Marsh

Marsh soll nach den Klagevorwürfen allein im Jahr 2003 rund 800 Mill. Dollar (650 Mill. Euro) an "Contingent-Kommissionen" vereinnahmt haben. Die Zivilklage wolle die Steuerung und die Gebotsmanipulationen verhindern. Die unangemessenen Zahlungen sollen wieder abgegeben und Strafentschädigungen gezahlt werden.

Die unmittelbaren Opfer der illegalen Praxis sind nach Darstellung Spitzers Marsh-Kunden gewesen, vor allem große Unternehmen, die Sach- und Unfallversicherungen haben wollten. Es seien aber auch kleine und mittlere Firmen, Kommunalregierungen, Schulbezirke und einige Einzelpersonen betroffen.

Marsh erklärte, dass man die Beschuldigungen Spitzers sehr ernst nehme. Man habe mit der Untersuchung des Generalstaatsanwalts seit Frühjahr kooperiert. Das Unternehmen wolle alle Fakten heraus bekommen, alle Vorfälle unangebrachten Verhaltens feststellen und Fehlverhalten angemessen behandeln.

AIG: Halten UNS AN Höchste Ethische Standards

Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG erklärte, man halte sich an die höchsten ethischen Standards. Versicherungstöchter von AIG hätten bei der Untersuchung des Generalstaatsanwalts kooperiert. Zwei Beschäftigte der Excess Casualty, einer Sparte der American Home Assurance Company, hätten sich nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts im Zusammenhang mit ihren Geschäften mit Marsh schuldig bekannt. American Home ist eine AIG-Tochter.

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