SPÖ auch mit Verlusten
Deutliche Verluste für FPÖ bei Landtagswahl

Reuters WIEN. Bei der Landtagswahl in der österreichischen Steiermark hat die rechtspopulistische Freiheitliche Partei (FPÖ) Hochrechnungen zufolge Verluste hinnehmen müssen. Die FPÖ sei von 17 % auf 12,8 % der Stimmen abgesackt, berichtete der Österreichische Rundfunk (ORF) am Sonntagabend. Die konservative Volkspartei (ÖVP) von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel habe hingegen um fast 10 %punkte auf 46,2 % der Stimmen deutlich zulegen können, hieß es im ORF auf Grundlage von 98 % der Stimmen. Es war die erste Wahl, der sich die Mitte-Rechts Regierung aus ÖVP und FPÖ seit ihrem Amtsantritt vor neun Monaten stellen mußte.

Der FPÖ, die sich als "Partei des kleinen Mannes" darstellt, dürften die Wähler den Sparkurs der Regierung angelastet haben. Im Vergleich zur Parlamentswahl im vergangenen Jahr, als die FPÖ in der Steiermark fast 29 % der Stimmen schaffte, stürzte sie nun in der Wählergunst um fast 17 %punkte ab. Zu den unpopulären Maßnahmen der Regierung zählen die Erhöhung der Rezeptgebühr, Kürzungen bei Sozialleistungen, Renten und beim Arbeitslosengeld.

Die Steiermark wird seit 1996 von der ÖVP-Politikerin Waltraud Klasnic regiert, der einzigen Frau unter den Ministerpräsidenten der neun österreichischen Bundesländer. Die in der Bevölkerung beliebte 56-Jährige dürfte damit für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt worden sein. Die ÖVP war nach der Aufhebung der Sanktionen der 14 EU-Staaten gegen Österreich gestärkt in die Wahl gegangen.

Die Sozialdemokraten (SPÖ) fuhren Verluste ein. Die Hochrechnungen deuteten auf ein Minus von 3,6 %punkten hin (1995: knapp 36 %). Die Grünen, die um Proteststimmen gegen die Mitte-Rechts Regierung geworben hatten, konnten den Hochrechnungen zufolge nur leichte Stimmenzuwächse von 0,8 %punkten auf 5,1 % der Stimmen verbuchen. Das Liberale Forum verfehlte den Wiedereinzug in den Landtag.

In der steirischen Landesregierung waren bislang ÖVP, SPÖ und FPÖ vertreten. Zur Wahl aufgerufen waren rund 900 000 Österreicher. Einige Wahllokale hatten bereits auf Mittag geschlossen, die letzten schlossen um 17.00 Uhr.

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