Sponsor will mehr Einfluss
1860 hofft auf Finanzspritze

Der TSV 1860 München kann trotz des drohenden Abstiegs aus der Fußball-Bundesliga auf eine neue Finanzspritze durch seinen Hauptsponsor hoffen. Der Motorenöl-Hersteller "Liqui Moly" erwägt den Erwerb von Anteilen an der in einer Kapitalgesellschaft organisierten Profi-Abteilung der "Löwen".

HB MÜNCHEN. "Der Verein braucht Wirtschaftskompetenz. Ich würde mich da gerne mehr engagieren", sagte Firmenchef Ernst Probst in einem Bericht der TV-Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks am Montagabend. Im Gegenzug will der Unternehmer mehr Einfluss und liebäugelt offenbar mit einem Sitz im Aufsichtsrat des TSV.

1860-Geschäftsführer Detlef Romeiko begrüßte den Vorschlag des Sponsors. "Wir haben dafür offene Ohren." Über die Höhe einer möglichen Beteiligung wurden keine Angaben gemacht. Die "Löwen" würden somit dem Vorbild des FC Bayern München folgen. Der Lokalrivale und Partner beim Bau des neuen Fußball-Stadions hatte zur Finanzierung der "Allianz Arena" 10 % seiner Fußball-AG für 75 Mill. ? an seinen Ausrüstungs-Partner "adidas" verkauft.

Ein Abstieg in die 2. Liga würde die Sechziger vor erhebliche finanzielle Probleme stellen. Der Etat müsste um die Hälfte auf rund 17 Mill. ? gekürzt werden. Auch die Zuwendungen von "Liqui Moly" für das Trikot-Sponsoring würden wohl halbiert. Zuletzt wurde in den Medien sogar immer wieder über einen drohenden Lizenzentzug spekuliert. Nur mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladbach am Samstag kann 1860 den Sturz in die Zweitklassigkeit noch abwenden.

Bei einem Abstieg wäre der Verkauf von mehreren Spielern wohl unvermeidbar. Auch Stürmerstar Benjamin Lauth werde den Verein dann verlassen, sagte Romeiko. "Er will nicht in der 2. Liga spielen". Der Geschäftsführer dementierte allerdings, dass es bereits Angebote für den derzeit verletzten Nationalspieler gebe. Der FC Bayern hatte zuletzt öffentlich Interesse bekundet. "Ich habe mit den Bayern gesprochen, aber nicht über Lauth", sagte Romeiko.

Immer konkreter werden hingegen die Pläne für eine Rückkehr ins Stadion an der Grünwalder Straße. Der Verein hat bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Antrag auf Nutzung der alten Arena gestellt. Am Freitag werde es einen Ortstermin geben, um nötige Umbaumaßnahmen zu erörtern, so Romeiko. Die Sechziger müssten für die von vielen Fans gewünschte Rückkehr allerdings nicht nur die Kosten für die Renovierungsarbeiten übernehmen, sondern auch den Vertrag mit den Betreibern des Olympiastadions für die kommende Saison auflösen.

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