Sport ist Sport - und U-Bahn ist U-Bahn
Wundersame Wandlung

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, manchmal geht es aber auch ohne ihr. In Japan zum Beispiel.

Da legen die Fans zumindest im Stadion ihre landestypische Zurückhaltung ab und klatschen und jubeln, was Hände und Kehle hergeben. Schließlich gewinnt man nicht oft gegen das große Russland.

Aber in den U-Bahnen nach dem Spiel ist alles wie immer - mal davon abgesehen, dass 90 Prozent der Fahrgäste das Nationaltrikot tragen: Keine Gesänge, kein Dosenbier, keine Pöbeleien, nur vereinzelt Gespräche. Dabei haben die nationalen Helden gerade Geschichte geschrieben: der erste Sieg Japans bei einer WM überhaupt, gute Chancen auf das Achtelfinale.

Doch in der Bahn direkt nach dem Spiel schlafen einige, flüstern manche, und schauen anderen abwesend auf den Boden oder zu den Fensterscheiben hinaus. Der Pendler-Modus ist wieder eingeschaltet, der Fan-Modus aus. Und als Pendler verhält man sich aus Gewohnheit zurückhaltend und unauffällig. Nur deshalb schlagen sich die Hunderttausenden von Pendlern in den überfüllten Tokioter Bahnen nicht täglich mit ihren Aktentaschen die Köpfe ein. Eine solch liebgewordene und überlebenswichtige Gewohnheit schmeißt man nicht so leicht über Bord.

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