Sportartikel-Holding entwickelt sich vom Sanierungsfall zum Global Player
Head stürmt im September an die Börse

Nach der Sanierung des 1995 zahlungsunfähigen Sportartiklers Head-Tyrolia-Mares (HTM) gibt der schwedische Investor Johan Eliasch bis zu 53 Prozent der Aktien der holländischen Holding an das Publikum ab. Mit dem Erlös sollen Zukäufe und Innovationen finanziert sowie Schulden reduziert werden.

kg WIEN. Der lange geplante Börsengang der Head-Tyrolia-Mares-Gruppe ist definitiv. Für Johan Eliasch, den Mehrheitseigentümer der Konzernholding Head N.V., Rotterdam, und 96 %-Eigentümer des Sportartikelkonzerns, soll das Going Public nur Zwischenstation sein auf dem Weg zur weltweiten Marktführerschaft. Weitere Akquisitionen sollen dazu beitragen, dass "Head in allen Kernbereichen an der Spitze steht". In den vergangenen drei Jahren wurde das Marken-Portfolio von HTM um Penn (Tennisbälle und-rackets), Blax Generics (Snowboarding) und Dacor (Tauchen) erweitert. Interesse zeigt Eliasch weiterhin an den Sparten "Golf, Fitness und Fischen".



Die HTM-Gruppe ist in den Bereichen Alpin-Ski (Weltmarktanteil 13 %), Skischuhe (11 %), Tennisschläger (23 %), Skibindungen (Tyrolia/30 %), bei Tennisbällen (Penn/34 %) und im Tauchsport (Mares/16 %) stark vertreten - zum Teil als Marktführer. Die rasche Wandlung vom Sanierungsfall zum "Global Player" führt Eliasch auf den konsequenten Einsatz von High-Tech zurück. So hätte Head bei Alpin-Skiern großen Anteil an der Markteinführung der Carving-Ski. Bei Tennisrackets habe Head vor drei Jahren mit dem Titanschläger einen "Meilenstein" gesetzt. Nun stünde das "Head Intelligence Racket" vor der Markteinführung, ein Chip-gesteuerter und elektronisch gedämpfter Schläger.



1999 wurde der HTM-Umsatz um 28 % auf 390 Mill. $ gesteigert, wobei 42 % auf den Racketsport, 37 % auf Wintersport und 19 % auf den Tauchsport entfielen. Der Betriebserfolg lag bei 26 Mill. $, bereinigt um den außerordentlichen Steuerertrag bei 17 Mill. $. Im ersten Halbjahr 2000 konnte erstmals ein positives Ebit erzielt werden, was deshalb bemerkenswert ist, weil 90 % des Wintersportumsatzes in das zweite Halbjahr entfallen.



Als weitere Ziele nennt Eliasch zweistelliges organisches Wachstum in den nächsten vier Jahren, ein "deutlich höheres Nettoergebnis" und eine zweistellige Kapitalverzinsung. Die Nettoverschuldung beträgt 230 Mill. $ (30.6.), darunter sind 32,6 Mill. $ vom österreichischen Bankenkonsortium, das mit einem Schuldennachlass von 71,6 Mill $ zum Überleben der HTM-Gruppe nach der Übernahme durch Eliasch 1996 beigetragen hat.



Vom Emissionserlös (175 Mill. $ brutto) sollen 129 Mill. $ für Schuldentilgungen und 29 Mill. $ für Akquisitionen verwendet werden. Bis 26. September liegen 20,8 Millionen Stammaktien zur Zeichnung auf, davon 14,6 Millionen junge Aktien und 6,25 Millionen aus dem Eigentum der Altaktionäre. Dazu besteht eine Mehrzuteilungsoption von 3,13 Millionen Altaktien. Nach Abschluss der Emission wird der Streubesitz 53 % erreichen.



Die Preisspanne beträgt 10 bis 14 $, der Angebotspreis wird am 28. September festgesetzt. Gehandelt wird ab 29. September in Wien und New York. 30 % der Emission sind für die österreichische, 70 % für die internationale Tranche vorgesehen. Auf Basis der Gewinne von 2001 ergibt sich ein KGV von 9,8 bis 13,8 bei einem Nettobuchwert von 1,36 Dollar je Aktie zur Jahresmitte. Für Franz Kubik von der Wiener CA Investmentbank, dem österreichischen Konsortialführer, sei das "im Vergleich zu Adidas ein sehr attraktiver Wert".

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