Sportartikelhersteller erhöht Umsatzprognose
Puma bricht in diesem Jahr alle Rekorde

Puma setzt seinen Siegeszug mit der Orientierung auf modische Life-Style-Produkte fort. Der Sportartikelhersteller hat im ersten Halbjahr schon mehr verdient als im gesamten Vorjahr. Vorstandschef Jochen Zeitz zeigte sich gestern optimistisch und versprach deutlich mehr Umsatz als geplant. Die Börse reagierte euphorisch.

mwb MÜNCHEN. Der Sportartikel-Hersteller Puma ist in diesem Jahr nicht zu bremsen. Die Marke mit dem Raubtier-Emblem wächst schneller und profitabler als die weitaus größeren Konkurrenten von Nike, Adidas-Salomon und Reebok. Die Ausrichtung auf modische Lifestyle-Produkte, die inzwischen schon fast die Hälfte des Umsatzes ausmachen, erweist sich zumindest derzeit als wegweisende Entscheidung. Selbst die schwache Einzelhandelskonjunktur scheint der Sportmarke nichts anhaben zu können. Auch das schwache Abschneiden der von Puma ausgerüsteten Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft (Paraguay, Polen, Tunesien und Kamerun) hat sich bis jetzt nicht nachteilig ausgewirkt. Keines der Puma-Teams kam ins Halbfinale. Allenfalls Kameruns Nationalmannschaft setzte mit ärmellosen Trikots modische Akzente auf dem grünen Rechteck.

"Es zeichnet sich ab, dass 2002 ein weiteres außergewöhnliches Jahr für Puma wird", betonte der Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz. Der Gewinn vor Steuern verdreifachte sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um auf 24,1 Mill. Euro. Nach Steuern blieben 16,5 Mill. Euro übrig. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem Quartalsüberschuss von rund 12 Mill. Euro gerechnet. Die Börse reagierte auf die Zahlen mit einem kräftigen Kurssprung der Puma-Aktie von 10 % auf über 56 Euro. Die Aktien haben seit Jahresbeginn mehr als 70 % an Wert gewonnen und damit die Titel der Konkurrenten Nike und Adidas-Salomon übertroffen.

Puma-Chef Zeitz korrigierte zudem die Prognose für das Umsatzwachstum von 30 % auf 40 % nach oben. Es ist bereits die zweite Verbesserung seiner Prognose in diesem Jahr. Zudem rechnet Zeitz in diesem Jahr mit einem Vorsteuergewinn von mehr als 100 Mill. ?. Das wären 57 % mehr als im Vorjahr. Nach den ersten sechs Monaten 2001 hat das im Dax 100 notierte Unternehmen bereits so viel Gewinn erwirtschaftet wie im gesamten Vorjahr.

"Das Ergebnis von Puma ist schlicht sensationell", sagt Hypo-Vereinsbank-Analyst Peter Hasler. Besonders beeindruckt zeigt sich der Analyst vom Wachstum beim Auftragseingang um 65 %. Deshalb erwartet er, dass Puma seine Planzahlen noch weiter übertreffen wird. Vor allem auf dem weltweit bei 16 Mrd. ? stagnierenden Sportschuhmarkt sorge Puma für Furore und konnte als Nummer sechs zwei Plätze gut machen. "Die Story ist noch nicht vorbei", sagt auch Jadwiga Bobrowska von der WestLB Panmure. Sie rechnet weiter mit der Aufholjagd von Puma. Die drei Branchenführer Nike, Adidas und Reebok wachsen deutlich langsamer.

Am Erfolg des Unternehmens in den ersten sechs Monaten waren alle Produktgruppen beteiligt. Neben dem Plus bei Schuhen um 60 % legte der Textil-Umsatz um 41,3 % und der Accessoires-Umsatz sogar um 90 % zu. Den stärksten Schub verzeichnete der Sportartikelhersteller auf dem europäischen Markt mit einem Umsatzzuwachs von 63 % auf 293,3 Mill. ? im ersten Halbjahr, gefolgt vom US-Markt mit einem Plus von 54,5 % auf 112,2 Mill. ?. Selbst die Puma gegenüber kritisch eingestellte Investmentbank HSBC hat ihre Bewertung für das Herzogenauracher Unternehmen auf "Add" nach bislang "Reduzieren" angehoben.

Quelle: Handelsblatt

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