Sportdirektor Bremer räumt Fehler ein
Abmahnung für Trainer Lang

Für den Erfurter Radsport-Trainer Jens Lang hat seine erpresserische E-Mail während der Bahn-Weltmeisterschaften in Stuttgart arbeitsrechtliche Konsequenzen. Der Vorstand des Trägervereins Olympiastützpunkt (OSP) Thüringen erteilte dem 41- Jährigen am Montag eine Abmahnung und kündigte eine Präzisierung seiner Arbeitsaufgaben an.

HB/dpa ERFURT. Erstmals hat im Zusammenhang mit dem Eklat bei der WM auch Burckhard Bremer, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Fehler eingeräumt.

Auf die Abmahnung für Lang einigte sich der OSP-Vorstand mit fünf Stimmen bei einer Enthaltung. Nicht mit votiert hatte BDR- Sportdirektor Bremer, auch wenn das Abstimmungsergebnis nicht öffentlich gemacht wurde. "Eine Abmahnung ist keine milde Strafe", sagte Peter Gösel als Vorsitzender des Trägervereins. Welche Sportler Lang in Zukunft betreuen wird, soll in Gesprächen zwischen dem OSP, dem Thüringer Radsport-Verband (TRV) und dem BDR entschieden werden.

Nach der Vorstandssitzung räumte Bremer erstmals öffentlich auch Probleme beim Krisenmanagement in Stuttgart ein. "Ich war zu sehr in die Organisation der WM eingebunden, konnte mich nicht so intensiv um die Mannschaft kümmern, wie ich das gewollt hätte", bekannte Bremer. Der Sportdirektor kündigte an: "In Zukunft werden wir auch unsere Nominierungs-Richtlinien transparenter und klarer formulieren."

Die Fahrer Jens Lehmann (Leipzig), Sebastian Siedler (Gera) sowie Daniel Becke und Christian Bach (beide Erfurt) hatten die Nominierungen für den Start in der Einzelverfolgung und für das "Flaggschiff" Bahn-Vierer kritisiert. Nach der E-Mail ihres Trainers Lang verweigerten sie einen Start gemeinsam mit Robert Bartko (Potsdam) und Guido Fulst (Berlin), woraufhin der BDR den Vierer abmeldete. In der Vorwoche bestrafte der Verband mit dem Ausschluss aus der Nationalmannschaft für bis zu zwei Jahre. Für Becke, Lehmann und Siedler ist dadurch ein Olympia-Start 2004 in Athen nicht möglich.

Der Thüringer Radsport-Verband will sich derweil beim BDR für eine Revidierung der harten Strafen einsetzen. "Nach dem Urlaub von BDR- Präsidentin Sylvia Schenk wird es ein Gespräch in Thüringen geben", kündigte TRV-Präsident Jürgen Beese an, dem der Verband am Rande der WM das Gespräch mit den vier Athleten verweigert hatte. Beese wollte sie umstimmen. "Die Härte des Strafmaßes - eine genauso lange Sperre wie ein Doping-Wiederholungstäter - kann ich weder verstehen noch akzeptieren. Wir werden um eine zweite Chance für die Sportler kämpfen", betonte er. Dabei will ihn Peter Gösel als Präsident des Landessportbundes Thüringen (LSB) unterstützen.

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