Sportlerin des Jahres 2002
Franzi van Almsick: Die Auferstehung einer Schwimmgöttin

1:56,64 Minuten dauerte das Comeback des Jahres. Franziska van Almsick schwamm am 3. August bei der EM in ihrer Heimatstadt Berlin in die Geschichte.

HB/dpa HAMBURG. Wieder an Land, sank sie auf die Knie. Sie hätte die ganze Welt umarmen können. Nach acht Jahren hatte sie ihren eigenen Weltrekord in die Vergangenheit geschickt und sich allen Frust vom Leib geschwommen. Nach dem "Bambi" wurde die 24-Jährige nun auch mit der Wahl zu Deutschlands "Sportlerin des Jahres" geehrt.

Dabei hatten viele sie schon abgeschrieben, ihr den Rücktritt nahe gelegt. Ein Motorradunfall und ein Bandscheibenvorfall hatten sie aus der Bahn geworfen. Olympia in Sydney endete mit Hohn und Spott. Jetzt will sie 2004 ihre vierten Spiele in Angriff nehmen. "Ich habe keine Lust, auf dem Sofa zu sitzen und mir den Bauch zu kraulen", hat sie in einem Interview gesagt.

Mit 14 war "Franzi" 1992 schon Olympia- Zweite. Vier Jahre später in Atlanta auch. Sie ist Welt- und Europameisterin. Aber der Olympiasieg bleibt ihr großes Ziel. "Natürlich träume ich immer noch von einer Goldmedaille, und ich werde auch alles dafür tun, um sie zu bekommen", sagt sie. "Aber mein Leben hängt nicht mehr dran. Es hat sich nach der EM relativiert, das wird mir jetzt immer klarer."

Sie hat Millionen verdient, mehr als attraktives Model an Land denn als schnelle Nixe im Wasser. "Aber Geld allein macht nicht glücklich." Und: "Früher wollte ich Erfolg um jeden Preis - da konnte ich mich selbst nicht leiden." Nach den Demütigungen von Sydney war sie fix und fertig. "Damals hätte ich mich vom olympischen Feuer stürzen können", sagt sie. Der Weltrekord von Berlin ließ alle Kritiker verstummen. "Ich wusste ganz tief in mir drin, dass ich es drauf habe. Es haben nicht viele an mich geglaubt, einige haben es gehofft. Und das ist die tiefe Zufriedenheit in mir, dass ich verdammt noch Mal Recht behalten habe."

Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar hat ihr den Glauben an sich selbst zurück gegeben. "Ohne ihn wäre meine Karriere schon beendet", hat sie über ihren Freund gesagt, der im Frust von Sydney in ihr Leben trat. Trainer Norbert Warnatzsch führte sie zum Erfolg zurück. Im Training mit einer reinen Männer-Gruppe hat sie zu alter Stärke zurückgefunden. Jetzt ist sie "einfach nur glücklich".

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