Sportmesse in München eröffnet
Einbrüche dämpfen Ispo-Stimmung

Überschattet vom ersten Umsatzrückgang seit der Einheit und verhaltenen Prognosen für die Wintersportbranche hat die Sportmesse ispo Winter 2003 in München begonnen. Bei den mehr als 1500 Ausstellern aus 43 Ländern war die Stimmung zum Auftakt am Wochenende daher eher gedämpft.

HB/dpa MÜNCHEN. Nach Einbußen im vergangenen Jahr, dem späten Winterbeginn sowie der anhaltend schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage erhofft sich die Branche von der Messe Impulse für das laufende Jahr. Die 58. Internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode auf dem Münchner Messegelände dauert bis zum Dienstag (4. Februar).

Für verhaltenen Optimismus sorgte immerhin der Besucherandrang an den ersten Messetagen. "Die erfreulich hohe Frequenz zeigt, welchen Stellenwert die ispo in der Branche hat", sagte Messechef Manfred Wutzlhofer. Vor allem Besucher aus dem Ausland hätten wie bereits im Vorjahr günstige Wochenend-Flugtarife für einen ispo-Besuch am Eröffnungstag genutzt. "Der Samstag ist traditionell der internationale Tag."

Nach Berechnungen des Sportfachhändler-Verbundes Intersport hat der deutsche Sportmarkt 2002 erstmals seit Anfang der 90er Jahre mit einem Minus von rund fünf Prozent abgeschlossen. "Das vergangene Jahr war katastrophal", sagte Intersport-Chef Klaus Jost am Samstag auf der ispo. Auch für das laufende Jahr sei keine wesentliche Verbesserung der Lage zu erwarten. "Wir gehen davon aus, dass es weiter kritisch bleibt."

Der führende Wintersportartikelhersteller Rossignol rechnet in dieser Saison im Ski- und Snowboardgeschäft mit einem weltweiten Umsatzrückgang von ebenfalls fünf Prozent. "Für den deutschen Markt wird nach dem viel zu späten Winterbeginn mindestens dasselbe gelten", sagte Rossignol Deutschland-Direktor Helmut Bälz. "Die erste Halbzeit ist schlecht gelaufen, jetzt bleibt die Hoffnung, dass der Handel das bis Ende April zumindest quantitativ noch einigermaßen auffangen kann."

Siegfried Paßreiter, Geschäftsführer beim Skihersteller Fischer und Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI), rechnet sogar damit, dass in Deutschland in der Wintersaison 2002/03 erstmals seit Jahren weniger als 500 000 Paar Ski verkauft werden. "In der letzten Saison waren es noch 561 000. Um aber über die magische 500 000-Grenze zu kommen, müsste sich bis zum Saisonende noch einiges tun."

Trotz der rückläufigen Umsätze und der eher verhaltenden Wachstumsprognosen sei die Stimmung in den Ausstellungshallen gut, sagte Messechef Wutzlhofer. "Man hört von vielen Fachhändlern, dass die Geschäfte immerhin jetzt voll sind und sehr viel verkauft wird, nachdem der Schnee endlich gekommen ist." Die Besucher erhofften sich von der ispo gerade in Zeiten wie dieser eine wichtige Orientierung über die Trends der neuen Saison: "Die Leute wollen wissen, was läuft gut, wo sind die Innovationen - im Preisbereich erwartet sich jedoch fast niemand mehr etwas", sagte Wutzlhofer.

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