Sportrichter: „Absolute Ausnahme“
DFB-Sportgericht sprichtt Salihamidzic frei

Erst zum zweiten mal in der Geschichte der Bundesliga hat das DFB-Sportgericht die automatische Sperre für einen Rot-Sünder aufgehoben. Es stellte das Verfahren gegen Bayern Münchens Mittelfeldspieler Hasan Salihamidzic auf Antrag des Kontrollausschusses des Deutschen Fußballbundes ein.

HB FRANKFURT. Der Bosnier darf am Samstag im Bundesliga-Heimspiel des deutschen Rekord-Meisters gegen den 1. FC Köln mitwirken. "Ich freue mich, habe diese Entscheidung aber auch erwartet", sagte Salihamidzic, der direkt nach der Landung der Bayern in Glasgow von seinem Freispruch erfuhr.

Den Ausschlag dafür gab die Aussage von Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg), der im Spielbericht seinen Irrtum eingeräumt hatte. "Die Aufhebung der automatischen Sperre nach einem Feldverweis ist und bleibt die absolute Ausnahme. Sie kommt nur dann in Frage, wenn ein Feldverweis nicht nur strittig ist, sondern eindeutig und zweifelsfrei auf einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters beruht", begründete der vorsitzende Sportrichter Rainer Koch die Entscheidung. Der Weltverband FIFA hatte dafür vor zwei Monaten mit der Einführung der Regel 866 die rechtliche Grundlage geschaffen.

Salihamidzic war am Samstag im Münchner Derby wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen "Löwen"-Spieler Andreas Görlitz des Feldes verwiesen worden. Fandel hatte seinen Fehler später erkannt und eingestanden. Erleichtert reagierte Bayern-Manager Uli Hoeneß: "Das ist schön. Es gibt doch noch eine Gerechtigkeit."

Den ersten Fall dieser Art in der Bundesliga hatte es im Mai 2001 gegeben. Damals war Sergej Barbarez im Spiel des Hamburger SV gegen den 1. FC Kaiserslautern von Schiedsrichter Hellmut Krug des Feldes verwiesen worden. Nachdem der jetzige DFB-Abteilungsleiter für Schiedsrichterwesen seinen offensichtlichen Irrtum eingeräumt hatte, war Barbarez vom DFB-Sportgericht freigesprochen worden.

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