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Spotanalyse: Volkswirte zu Greenspan

rtr WASHINGTON.Der Präsident der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Alan Greenspan, hat sich am Dienstag bei der Präsentation seines Halbjahresberichtes vor dem Bankenausschuss des US-Senats zur wirtschaftlichen Lage in den USA geäußert. Volkswirte sagten dazu in ersten Reaktionen.

Neal Soss /Credit Suisse First Boston): "Diese Schlagzeilen sind sehr konsistent mit Alan Greenspans früherer Unterstützung für die Theorie der "New Economy". Der Theorie zufolge passen sich Arbeitsmärkte schneller als früher einem Konjunkturabschwung an und dies schwächt das Verbrauchervertrauen und die sinkende Verbraucherausgaben weiter ab. Deshalb müsste die Fed aggressiver und schneller sein und große Zinssenkungen zur Regel machen. Ich glaube, wir bekommen am 20. März bei dem Treffen des Fed-Offenmarktausschusses eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte und ich erwarte, dass der Schlüsselzins bis Jahresmitte und Jahresende bei fünf Prozent liegen wird."

Jeff Palma (UBS WARBURG): "Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als ob er (Greenspan) zu hart in die eine oder andere Richtung vorstoßen würde. Das lässt annehmen, dass die Fed weiter die Leitzinsen senken wird, um einer härteren Wirtschaftsabschwächung entgegenzuwirken. Die Energiepreise und die Inflationsrate beunruhigen offenbar nicht, interessant ist wie sich die Wachstumsverlangsamung im Verlauf des Jahres entwickelt. Greenspan bereitet weiterhin die Märkte darauf vor, dass die Fed die Zinsen senkt wenn die Konjunktur sich verlangsamt. Meiner Meinung nach denkt er (Greenspan) nicht, dass sich die Wirtschaft in einer Rezession befindet. Das ist noch immer vereinbar mit Wirtschaftswachstum... Er schaut eher auf eine Konjunkturabkühlung als auf eine Rezession." Doug Porter (Bmo Nesbitt Burns): "Greenspan versucht offenbar, die goldene Mitte zu finden. Er will sich nicht zu pessimistisch zeigen und so das Verbrauchervertrauen schwächen, will aber gleichzeitig Raum für weitere Zinssenkungen lassen. Die Prognose der Arbeitslosenrate von 4,5 Prozent bis Jahresende ist nicht ungewöhnlich pessimistisch und signalisiert keine Rezession. Es ist eher optimistisch. Dass er sagt, dass die Risiken nach unten überwiegen, bedeutet allerdings, dass wir weitere Zinssenkungen im Frühling erwarten können. Ich erwarte beim nächsten Treffen eine Senkung um 50 Basispunkte."

Ian Morris (HSBC Securities): "Nach meinem ersten Eindruck weist das auf Zinssenkungen hin, aber diese sind bereits eingepreist... Er (Greenspan) rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 bis 2,5 Prozent im vierten Quartal in diesem Jahr. Das deutet auf ein stärkeres Wachstum nach einem schwachen ersten und zweiten Quartal hin. Aber auf der Inflationsseite sieht es noch immer gut aus... Das Abwärtsrisiko bleibt. Das stärkt die Erwartungen für eine weitere Zinssenkung am 20. März. Danach wird die Fed aber eine abwartende Haltung einnehmen."

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