Sprachenverbot Hindernis für EU-Beitritt
Istanbul: Polizei nimmt 50 Friedensdemonstrantinnen fest

In Istanbul hat die Polizei am Sonntag eine Friedensdemonstration kurdischer und türkischer Frauen auf dem zentralen Taxim-Platz aufgelöst und 50 der Demonstrantinnen festgenommen. Die Nachrichtenagentur Anatolien meldete, die Polizei sei eingeschritten, als die unter dem Motto "Friedensinitiative der Mütter" versammelten Frauen versuchten, eine Erklärung für die Medien in kurdischer Sprache abzugeben.

rtr ISTANBUL. Die Benutzung des Kurdischen in öffentlichen Sendungen ist in der Türkei von Staats wegen verboten. Die Aufhebung des Sprachen-Verbots gehört zu den Forderungen, denen die Türkei vor dem angestrebten Beitritt zur Europäischen Union (EU) nachkommen muss.

An der Demonstration nahmen nicht nur Mütter von Mitgliedern der in der Türkei verbotenen, marxistischen Separatisten-Organisation PKK, sondern auch Mütter türkischer Soldaten teil, die gegen die PKK-Rebellen in Ost-Anatolien eingesetzt werden. Die PKK und ihr inhaftierter Führer Abdullah Öcalan werden von den türkischen Behörden für eine 17-jährige Gewaltkampagne mit 30 000 Toten verantwortlich gemacht. Öcalan hatte die PKK nach seiner Inhaftierung aufgefordert, den bewaffneten Kampf zugunsten politischer Aktivitäten einzustellen, um so für mehr Rechte der rund zwölf Mill. Kurden in der Türkei zu kämpfen.

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