Sprachtest in 42 Ländern
Standardisierter Deutsch-Test entwickelt

Für Studenten aus dem Ausland wird es einfacher, sich an deutschen Unis zu bewerben: Mit dem TestDaF (Test Deutsch als Fremdsprache) wurde erstmals ein allgemein anerkannter Deutsch-Test entwickelt, der von allen deutschen Hochschulen anerkannt wird. Vorbild ist der so genannte TOEFL (Test of English as a Foreign Language) für die englische Sprache. Im April wurden mit dem TestDaF die Deutschkenntnisse von 1 500 Bewerber in 42 Ländern parallel überprüft.

HAGEN. Um ausländischen Studierenden den Weg an deutsche Hochschulen zu erleichtern, beschloss die Hochschulrektorenkonferenz die Einführung eines allgemein gültigen Deutsch-Tests für ausländische Studierende. Der TestDaF wurde von 1998 bis zum Jahr 2000 in einer Gemeinschaftsaktion der Universitäten Bochum und Hagen, sowie des Goethe-Instituts und der Carl Duisberg Centren konzipiert.

Zuvor sorgten in Deutschland fehlende standardisierte Zulassungsbestimmungen bei den ausländischen Studierenden für Verwirrung. "Erklären sie mal einem Studenten aus den USA, dass er mit dem bestandenen Sprachtest der Uni Göttingen nicht automatisch in München anfangen kann", erläutert Dr. Hans-Joachim Althaus vom TestDaF-Institut Hagen. Hier schafft der TestDaF nun Abhilfe.

Über 200 Testzentren in 42 Ländern

Weiterer Vorteil: Die Reise zum Sprachtest an die deutsche Wunschuni entfällt. Der TestDaF kann bereits jetzt in über 200 Testzentren in 42 Ländern abgelegt werden, weitere Länder sollen folgen: "Als nächstes wird China dazu kommen", berichtet Althaus.

Außerdem will das Institut demnächst mehr als zwei Prüfungstermine und ab dem Jahr 2004 eine computergestützte Version des TestDaF anbieten. "Aufgrund der hohen Anschaffungskosten müssen wir noch zwei Jahre auf den Computer verzichten", bedauert Althaus.

Vor Ort findet die Prüfung an den Partneruniversitäten des TestDaF-Instituts oder an den Goethe-Instituten der Länder statt und kostet je nach Land zwischen 50 und 110 Euro. Der Preis hänge vom Lebensstandard des jeweiligen Landes ab, erklärt Althaus.

"Die Ergebnisse des Tests werden aus aller Welt nach Hagen geschickt und zentral ausgewertet", erklärt Althaus das Prozedere. So wolle man absolute Chancengleichheit gewährleisten. Das ist wichtig, da die Lösungen des TestDaF nur bedingt standardisiert sind. "Die Aufgaben simulieren den studentischen Alltag", erläutert Althaus. Man müsse zum Beispiel Fragen zu einem Text beantworten oder für bestimmte Themen die richtige Literatur auswählen.

Ein Drittel der Teilnehmer fallen durch

Folgerichtig wird auch das Ergebnis differenziert. Die Mitarbeiter des Instituts ordnen die Leistungen der Teilnehmer drei Niveaustufen zu. Rund zehn Prozent erreichen dabei in allen vier geprüften Fertigkeiten (Leseverstehen, Hörverstehen, Schriftlicher und Mündlicher Ausdruck) die höchste Niveaustufe. Sie erhalten eine uneingeschränkte Zulassung für alle Studiengänge.

"Bei den anderen zwei Stufen liegt eine Zulassung im Ermessen der Hochschule", erklärt Althaus. Für ein Philosophiestudium sei sicherlich immer die höchste Stufe von Nöten, doch bei technischen Studiengängen müsse nur gewährleistet sein, dass der ausländische Studierende einer deutschsprachigen Vorlesung ausreichend folgen könne, erläutert der Experte den Umgang mit den Ergebnissen. Ein knappes Drittel der Teilnehmer am TestDaF erreicht nach Angaben von Althaus nicht die unterste Niveaustufe und erhält keine Zulassung.

Große Nachfrage in Osteuropa

Die meisten Interessenten am TestDaF kommen nach Angaben des Instituts aus Osteuropa. Die stärkste Nachfrage verzeichne man in Bulgarien. Althaus führt dies darauf zurück, dass die deutsche Sprache in Osteuropa noch familiär verwurzelt ist. "In der Europäischen Union (EU) nutzen dagegen viele Studierende Austausch-Programme, wie Erasmus, um in Deutschland zu studieren", erklärt Althaus die geringe Resonanz.

Detaillierte Informationen zum TestDaF finden sie unter www.testdaf.de.

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