Spread zu US-Treasuries wird sich verringern
Australische Bonds locken spekulative Anleger

cü FRANKFURT/M. Wer an Australien denkt, hat dabei meist Kängurus, Koalabären oder vielleicht auch Goldminen vor Augen. Als Land für Kapitalanleger steht der Kontinent nicht im Fokus, sondern im Schatten der USA. Dies ist besonders bei Anleihen der Fall.

"Wenn Anleger in Dollar-Anleihen investieren, denken sie meist an US-Dollar, dabei gibt es interessante Alternativen", meint Jan Holthusen, Rentenanalyst bei der DG Bank. Im Dollar-Raum hält er zwei bis fünfjährige "Aussie Bonds" derzeit für die interessanteste Anlage. Sie böten eine gute Chance, um das Portfolio zu diversifizieren.

Die australische Notenbank werde die Leitzinsen voraussichtlich noch weiter senken, mutmaßt Holthusen. Bereits vor zwei Wochen hatte die Zentralbank die Zinsschraube gelockert und war damit den Notenbanken der USA und Kanadas gefolgt. Nochmalige Zinssenkungsschritte dürften zu weiter sinkenden Renditen und damit steigenden Kursen der Anleihen in Australischen Dollar führen, vor allem im kurz- und mittelfristigen Bereich, meint Holthusen. Deshalb empfehle er die Papiere für spekulative Anleger, die auf Kursgewinne setzen.

Spread zu US-Treasuries wird sich verringern

Aktuell liegt die Rendite zweijähriger australischer Anleihen um etwa 25 Basispunkte über den entsprechenden US-Treasuries. Bei fünfjährigen Anleihen liegt der Renditevorteil (Spread) bei 5 Basispunkten. Holthusen erwartet, dass sich die Spreads innerhalb von eineinhalb Jahren weiter verringern oder sogar negativ werden.

Thomas Kressin, Fondsmanager Internationale Renten/Währung beim Deutschen Investmenttrust (DIT), geht dagegen davon aus, dass die globale Konjunkturabkühlung in den Anleihekursen schon eingepreist sei und rät vor allem bei langfristigen Anleihen zur Vorsicht.

Auch Helmut Kaiser, Leiter für Anlage-Strategie Privatkunden bei der Deutschen Bank, hält Anleihen aus dem angelsächsischen Raum derzeit für "nicht so interessant". Wenn überhaupt, kämen Papiere mit mittelfristigen Laufzeiten in Frage. Im Dollar-Raum könne es allerdings auf Grund des relativ geringen Wechselkursrisikos sinnvoll sein, von Anleihen in US-Dollar auf Papiere in australischen Dollar zu wechseln.

Wechselkurs zum Euro wird stabil bleiben

So meint auch Holthusen von der DG Bank, dass die australische Währung im Vergleich zum US-Dollar "übertrieben unterbewertet" ist. In den nächsten eineinhalb Jahren hält die DG Bank eine Aufwertung von derzeit um die 0,52 auf 0,65 Australische Dollar je US-Dollar für realistisch. Im Vergleich zum Euro werde der Australische Dollar stabil bleiben, so dass hier keine Währungsverluste zu erwarten seien, meint die DG Bank. Der US-Dollar wird dagegen nach Ansicht der meisten Analysten gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung abwerten.

Einig sind sich die Analysten darüber, dass Australien von dem erwarteten Anstieg der Rohstoffpreise profitieren wird. Denn die Hälfte der australischen Exporte reagiere stark auf die Entwicklung der Rohstoffpreise, erläutert Kressin. Das müsste die Anleihen beflügeln.

Anleger, die sich auf das Spiel mit Fremdwährungsanleihen einlassen, sollten allerdings ihr Portfolio im Auge behalten. Sicherer ist bei der komplizierten Materie ein Rentenfonds. So erzielte der vorwiegend in Kurzläufer investierende Internationale Rentenfonds "K" des DIT im vorigen Jahr eine Rendite von 8,49 %. Anleihen in Australischen Dollar sind dort zu 2,6 % vertreten.

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