Spreizung der Zinsmargen wäre Konsequenz
Banken fordern bonitätsabhängige Zinsen für Förderkredite

Kleine Förderkredite sollen teurer gestaltet werden können als große Darlehen. Privatbanken begründen ihre Forderung mit höheren Fixkosten und größeren Risiken.

dpa BERLIN. Die privaten Banken haben eine an der Bonität von Unternehmen orientierte Neuausrichtung der Mittelstandsförderung gefordert. Firmen mit geringer Bonität sollten für Kredite mehr als besser eingestufte zahlen. Damit würden Konsequenzen aus der bevorstehenden Einführung bankinterner Ratingverfahren gezogen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutschen Banken, Manfred Weber, am Montag in Berlin. Obwohl diese Änderungen voraussichtlich erst in drei Jahren in Kraft treten würden, zeigten sie jetzt schon Wirkung.

Bislang müssen Banken für Kredite an Unternehmen Eigenkapital in Höhe von acht Prozent vorhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein altes eingeführtes Unternehmen oder eine risikoreiche Neugründung handelt. Künftig soll die Abdeckung nach den Vorschlägen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht differenzierter und realistischer erfolgen. Die Folge wäre eine deutlichere Spreizung der Zinsmargen.

Ohne Veränderungen in der Förderlandschaft würden sich damit die Kredite für junge Unternehmen tendenziell verteuern, sagte Weber. Die Förderprogramme sollten daher daraufhin überprüft werden, ob sie noch den Problemen mittelständischer Firmen gerecht würden und zugleich für die Banken Anreize gäben, Förderdarlehen zu vergeben. Den unterschiedlichen Eigenkapitalkosten entsprechend müssten die Margen bei Förderkrediten an Unternehmen mit geringer Bonität höher sein dürfen.

Die Konditionen sollten auch nach Kredithöhe differenziert werden können. Da kleine Förderkredite überproportional hohe Fixkosten hätten, sollte diese Zinsmargen entsprechend erhöht werden, "ohne gleichzeitig die Margen bei großvolumigen Krediten abzusenken".

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